Rapunzel-Sellerie, Französische oder Gartenrapunzel, Siebenschläfer, Nachtkerze, Weinblume oder Rapontica, auch Weiderich genannt, „weilen die Blätter sich den Weiden vergleichen, ist von zweierlei Sorten, eine mit rothen, die andere mit goldgelben Blumen und wächset gern an feuchten Orten, in den Sümpfen und an den Gestaden der Flüsse und Bäche, daher sie auch in den Gärten muß wohl begossen werden“ (Hohberg). Aus diesen Worten geht hervor, daß die Pflanze schon 1682 in Oesterreich vollständig eingebürgert und verwildert war, obgleich die Engländer erst 1614 den Samen aus Virginien herübergebracht und man sie auf dem Continent zum ersten Male 1619 im Pflanzengarten zu Padua gezogen hatte. Zu Hohberg's Zeit gebrauchte man indessen vom ganzen Gewächse nur einen Absud der Blätter als Kolikmittel. Erst im 18. Jahrhundert kamen die Franzosen der culinarischen Verwendbarkeit der Rapunzel-Sellerie auf die Sprünge und tauften nun die Pflanze aus Herbe aux änes (Eselskraut) in Jambon des jardiniers (Gärtnerschinken) um. In Oesterreich und Deutschland nennt man danach die gesottene, in Scheiben geschnittene und mit Essig, Oel und Pfeffer angemachte einjährige Wurzel Schinkensalat. Daneben verspeist man die Wurzel, in Fleischbrühe gekocht, auch als Gemüse und bereitet aus den jungen Blättern mit Oel und Speck einen Frühlingssalat, der um so höher geschätzt wird, je früher im Jahre er auf den Tisch kommt.