FeedFeldsalat
TierreichAppetit-Lexikon 1894

Feldsalat oder Vogelsalat wird im Gegensatz zum Lattich oder Gartensalat die Rapunzel genannt, eine Base des Herrn Baldrian, die jetzt allenthalben in Europa bis zum 60. Grad nördlicher Breite wild wächst, und deren erste Blattrosetten im Frühjahr, oft schon vor der Schneeschmelze, den beliebten Vögerlsalat (in Norddeutschland Rapüntjensalat) liefern, dessen Schmackhaftigkeit auf dem verhältnißmäßig hohen Gehalt der Rapunzelblätter an Fett (0.4%), an Phosphorsäure (0125%) und an Stickstoffsubstanz (2.1%) beruht. Merkwürdigerweise ist die Pflanze trotz ihrer Unempfindlichkeit gegen Frost und Schnee kein heimisches Gewächs, sondern erst im 17. Jahrhundert aus Italien (Sicilien und Sardinien) nach Frankreich und Deutschland gelangt und der Feldsalat erst seit Ende gedachten Säeulums in die europäische Küche eingetreten. Unter den in Deutschland und Oesterreich vorkommenden Arten ist die eigentliche Salat-Rapunzel die häufigste und wird namentlich in Niederösterreich auch vielfach im Garten gezogen. Eugen Baron Vaerst hat übrigens die Rapunzel mit der Rapunzelrübe verwechselt, was zwar dem Ansehen des Salates keinen, dem Ansehen des Barons aber großen Abbruch in gastronomischen Kreisen thut.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 166Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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