Rosen, die duftenden Blüten, namentlich der weißen und der Gartenrose, fanden bis in's 19. Jahrhundert hinein in der Küche Verwendung, indem man theils die unzerstückten Blumen in eine Mischung von Eigelb, Zucker, Süßmandelbrei, Zimmt und Citronenschale getunkt und dann in Schmalz oder Butter gebacken, als gefüllte Rosen oder, in siedenden Zucker getaucht, als candirte Rosen oder, in mit Wein angemachten Teig umgedreht und in Schmalz gebacken, als gebackene Rosen aufsetzte oder indem man die Blätter und Knospen zerstampfte und zerhackte und daraus mit den ent—⸗ sprechenden Zusätzen Rosenerdme, Rosensulz, Rosengefrornes, Rosenkaltschale, Roseneonserve und sogar Rosenbrötchen zur Bereitung einer Rosen-Milchsuppe (0 herstellte. Alle diese Mixturen gelten gegenwärtig für Präparate vom allerschlechtesten Geschmack. Ebenso entschieden hat sich die Neuzeit vom Rosenwasser abgewendet, das noch zu Rumohr's Zeit (um 1830) in Norddeutschland vielfach gebraucht wurde, besonders zur Bereitung des sogenannten Rosenwa sserbreies, eines Mehlbreies, der mit Zucker und Safran gewürzt und in Wein mit Rosenwasser gekocht wurde; nur ganz vereinzelt wagt sich noch die eine oder andere „schöne Seele“ von Küchenfee mit einem Rosengelée (Apfelgelée mit Rosenwasser parfümirt) hervor, erntet aber in der Regel schlechten Dank mit dieser poetischen Anwandlung. Im Orient dagegen steht der Rosenessig als Salatwürze und der Rosenzucker als Confect noch immer in besonderm Ansehen.