Topinambur oder Erdbirne, früher auch Erdapfel, die Schwester der Sonnenblume, kam um 1600 durch Mare Lescarbot aus ihrer Heimat Nordamerika (in Südamerika fehlt sie gänzlich!) nach Frankreich, wurde 1616 im Garten des Cardinals Farnese in Rom gepflegt, gelangte 1617 aus Virginien nach England und war 1682 nach Hohberg's Versicherung in Oesterreich bei Weitem häufiger als die Kartoffel. Das Nämliche hatte in Frankreich statt, denn die Ecole du Potages vom Jahre 1749 berichtet: „Der Topinambur ist das allerschlechteste Gemüse, indessen nährt sich der gemeine Mann davon“. Aus dieser hervorragenden Stellung ist der Topinambur indessen in Mittel- und Nordeuropa schon seit 120 Jahren durch die Kartoffel gänzlich verdrängt worden, denn ihre längliche, hökerige, rothschalige Wurzelknolle ist zwar roh von angenehmem, wie man sagt, artischokenähnlichem Geschmack, gekocht jedoch widerlich süß und kratzend. Die Erdbirne wird daher hauptsächlich zum Viehfutter verwendet und nur hier und da als Salat, seltener mit Kartoffeln vermengt, als Gemüse gegessen.