Baumöl, Olivarum Oleum, Huile des Olives, wird aus den zeitigen und reiffen Oliven geprest, unn zu uns in Pipen u. Fässern gebracht. Es behält aber unter allen Baumöl das Lissabonische und Italiänische, welches sonderlich um den Lago di Garda herum wächst, wegen seiner Süßig- und Lauterkeit den Preiß. So wenig man dieses Oel in Apothecken entbehren kan, so und noch weniger kan man es in wohl-bestelten Küchen missen, weil mit selben vielerley Speisen zubereitet, und dadurch recht angenehm gemacht werden. Die Spanier, Frantzosen, und Italiäner verthun es gar häuffig, und brauchen es an statt der Butter, welches ihnen nebst den Holl- und Engelländern, auch die Teutschen abgelernet. Wie sie denn in ihren Küchen das Baumoel bald zum rösten, braten, backen, mariniren; bald zu Salaten und andern Essen gar wohl anzuwenden wissen.