FeedJus zu machen
Haus & KücheFrauenzimmer-Lexicon 1715

Jus zu machen, Nehmet Rindfleisch, es sey was vor welches es will, derbes oder sonst anders, und zerklopffet es ziemlich, darnach streuet es mit Mehl an, setzet aber zugleich in einer Casserole Butter und Speck auf das Feuer, und wenn diese braun ist, so leget Fleisch drein, und dämpffet es so lange, biß es braun ist. Ferner schneidet Rüben, Kraut und Zwiebeln hinein, welche auch mit braun werden müssen. Darnach leget Lorbeer-Blätter, einen Stengel Thymian, Citronenschalen, Brodrinden, und gantz Gewürtz drein, giesset gute Rindfleisch-Brühe drauf, werffet eine Hand voll Morgeln dran, und lasset es mit einander kochen. Diese Jus wird öffters durch ein Haartuch gestrichen, auch sonst nur also verbrauchet, und wissen sich die Frantzosen derer absonderlich zu bedienen, und bey ihren Essen gar sehr anzubringen. In Teutschen wohlbestellten Küchen, sonderlich an grossen Höfen, findet man dergleichen Jus auch, an kleinen Höfen aber wird wenig davon angetroffen; es wäre dann, daß eine Jus Potage solte verfertiget werden. Wer weiter von der Jus Nachricht verlanget, wie solche auf andere Art zuzurichten, der darff nur auf die Zubereitung der Speisen Acht haben, so wird er davon hin und wieder gute Nachricht finden.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 959–960Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Haus & Küche 6