Mandeln, Amygdala, Amandes, werden insgemein in süsse und bittere eingetheilet. Jene kommen aus Franckreich und Italien, diese hingegen aus Apulien, und andern warmen Insuln des Egyptischen Meeres, wiewohl darbey zu mercken, daß alle diejenigen süssen Mandel-Bäume, sie mögen wachsen wo sie wollen, wenn sie nicht wohl gewartet werden, aus der Art schlagen, und bittere Früchte tragen sollen. Sie haben nicht nur in der Apothecke ihren Nutzen, sondern auch in der Küche. Die süssen kommen an gewisse Essen, und die bittern an Blanc-manger. Absonderlich aber bereitet der Koch daraus die so sehr beliebten Mandel-Torten und Mandel-Späne.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1195Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0