Spat, Spatt, Eine Pferde-Kranckheit, so an den hintern Beinen um das Gelenck kömmt: gemeiniglich bey dem Geäder wird eine harte Beule, davon es von dem Stalle aus starck hinket, bis es sich erwärmet. Ein damit behafftetes Pferd ziehe man in den Noth-Stall, und verwahre es dergestalt, daß es sich nicht regen noch sich selbst Schaden thun kan, brenne ihm die Haare auf dem Spat oder Knorren mit einem heissen Eisen hinweg, lege ihm das Eisen noch einmal darauf, daß sich die Haut schrumpfe; sodann binde man gestossenen Wegerich, Gauchheil und Tannen-Holtz, iedes gleich viel, auf den Brand, so ziehet es den Spat aus. Oder man schneide das Haar von dem Spat hinweg, mache von Qvecksilber und Baumöl eine dicke Salbe, und reibe solche wohl ein, und halte damit zwey Morgen an. Jst aber der Spat gar zu groß, thue man es drey Morgen nach einander bey abnehmendem Mond, schmiere hernach den Spat mit Schwein-Schmaltz fleißig, bis er ausfället. Will er davon nicht ausfallen, so werfe man getödtet Qvecksilber zu Pulver gestossen hinein, so wird der Spat gewiß heraus fallen.