S. Veits-Tantz, War eine gewisse Seuche, welche um das Jahr 1374 in den Niederlanden, sonderlich aber in den Stifftern Lüttich und Utrecht bis in das dritte Jahr graßirte. Die Patienten, sowol Manns-als Weibs-Personen, fielen zu Boden, und nachdem sie eine Weile gelegen, fiengen sie an zu tantzen, und zwar so lange, bis sie vor Mattigkeit wieder nieder suncken. Die meisten lieffen dergestalt auf, daß man ihre Leiber mit Stricken zusammen binden muste, damit sie nicht zersprungen. Woher diese Kranckheit den Nahmen S. Veit-Tantz bekommen, findet man nicht aufgezeichnet; es haben sich aber dergleichen Tantz-Begebenheiten schon in den vorhergehenden, und auch in den nachfolgenden Seculis an unterschiedenen Orten zugetragen; wie denn vor andern dergleichen in dem Anhaltischen Kloster Kolbig um das Jahr 1021 vorgegangen.