FeedWund Tranck
PflanzenreichRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Wund Tranck, Wird von bewährten Wundkräuternabgekocht, und den Pferden eingegossen, die Heilung der Wunden, alter Schäden, Geschwüre und Fisteln zu befördern. Ein guter Wund-Tranck nicht nur allein, wenn ein Pferd verwundt ist, sondern auch wenn es den Husten hat und nicht zunehmen will, ist folgender: Nimm heidnisches Wund-Kraut, Rheinfahren-Kraut, Odermennige, Wohlgemuth, Camillen, rothen Beyfuß, Ehren-Preis, St. Johannis-Kraut, Wallwurtzen, eines so viel als des andern, koche es in Wasser, und laß das Pferd acht oder zehen Tage davon sauffen, und auch das Futter damit netzen. Heidnisches Wund-Kraut, Sinau und Wintergrün giebt ebenfalls einen guten Wund-Tranck. Oder nimm spitzigen Wegerich, heidnisches Wund-Kraut, Schlüssel-Blumen, Sinau und Erdbeer-Kraut, stosse es mit Bier oder Wasser ab, und mache es zu einem Tranck. Oder, nimm Braunellen-Kraut und Wintergrün, iedes gleich viel, stosse es zusammen in einem Mörsel, laß es mit zwo Maaß Wein in einem verglasirten Topf sieden, und gieb dem Pferde alle Morgen ein Gläslein davon zu sauffen.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2342Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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