Heerwurm nennt man einen zuweilen vorkommenden merkwürdigen Zug von vielen Tausenden dicht an⸗ und übereinander kriechender, wenig über 1em langer Maden, der manchmal 8 mlang, händebreit und daumenhoch ist und in Gebirgswäldern, besonders dem Thüringerwald, bei Oberhof, Eisenach u. s. w. an feuchten Gegenden umherzieht. Nach Berthold sind es die Larven der schwarzen Trauermücke (Sciara Thomae), nach Bechstein die Larven einer verwandten Mückenart. Solche Larven sollten Krieg, Durchmärsche und ähnliches öffentliches Un— glück bedeuten. Ähnliche Züge von Fliegenlarven wurden auch in Nordamerika beobachtet.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 12Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei