FeedHeinrich II.
GeschichteBrockhaus 1882

Heinrich II., der Heilige, röm.⸗deutscher Kaiser, 1002—24, der letzte aus dem sächs. Fürsten-Heinrt geb. in Bayern 6. Mai 973, war ein Sohn einrichs II. des Zänkers von Bayern und ein Urenkel König Heinrichs I. Nach seines Vaters Tode, 995, erbte er das Herzogtum Bayern und begleitete 1001 den Kaiser Otto III. nach Rom, wo seine Entschlossenheit den Aufstand der Römer beschwor. Als Otto in Italien starb, bemächtigte sich H. der Reichskleinodien, und nachdem der Markgraf Eckard von Meißen, welcher nach der Krone strebte, erschlagen war, gelang es ihm, gegen Herzog Hermann von Schwaben dunen wohlberechtigten Anspruch durchzusetzen, unterstützt vom Erzbischof Willegis von Mainz, der ihn 7. Juni 1002 zu Mainz krönte. Gleich im Anfang seiner Regierung bestand er einen Marc Kampf mit seinem Bruder Bruno und dem arkgrafen Heinrich von Schweinfurt, die beide mit den Waffen Ansprüche auf das erledigte Herogtum Bayern erhoben. Er siegte trotz der Hilfe, ie ihnen Boleslaw II. Chrobry von Polen gewährte, bei Kreußen im Bayreuthischen in einer Hauptschlacht. Bayern verlieh er nun 1004 dem Bruder seiner Gemahlin, Heinrich von Luxemburg. Unterdes hatten die Italiener nach Ottos kinderlosem Tode den Markgrafen Harduin von Jvrea zu ihrem König erhoben. Von den ital. Bischöfen, welche Harduin feind waren, gerufen, eilte H. nach Italien, siegte und ließ sich zu Pavia die Eiserne Krone auf: setzen. Am Abend des Krönungstags brach ein Aufstand aus, welcher mit herwal Anstrengung und Verheerung der Stadt überwältigt wurde; dann kehrte der Kaiser nach Deutschland zurück, wo Boleslaw von Polen, welcher seine Herrschaft über ganz Böhmen ausgedehnt hatte, in die Lausitz und Meißen eingefallen war. H. unternahm h die Dulze Kriegszüge gegen ihn, bei welchen er auch die Hilfe der heidnischen Liutizen nicht verschmähte, entriß ihm Böhmen, gab es dem böhm. Herzogssohne Jaromir zu Lehn und griff hierauf Boleslaw in Polen selbst n. Im o dt zu Bautzen (30. Jan. 1018) mußte er ihm jedoch die Lausitz lassen. Diese Händel hatte Harduin in Italien benutzt, um sich weitern Anhang zu verschaffen. Daher zog .1013 aufs neue, diesmal von seiner Gemahlin unigunde, einer Gräfin von Luxemburg, begleitet, nach Italien und nach Rom, wo Papst Benedikt VIII. 50 mit seiner Gemahlin krönte (14. Febr. 1014). arduin dankte ab und starb bald. Einen dritten Kriegszug nach Italien unternahm H. 1022, als Papst Benedikt ihn gegen die Griechen in Unteritalien, die fortgesetzt ihre Macht zu erweitern suchten, zu Hilfe rief. Der 9 war glücklich gegen die Griechen, vereinigte die Truppen der Normannen mit seinem Heere und sicherte e 2 als Wächter des Reichs gegen die Griechen feste Wohnsitze in Unteritalien. ußerdem hatte H. noch manche Kämpfe meist in Deutschland selbst zu bestehen. Ein Bruder seiner Gemahlin, Adalbero, erhob sich eigenmächtig zum Erzbischof von Trier. H. zog gegen ihn, belagerte ihn vier Monate in Trier und sah sich, als Adalbero bei seinem Bruder, dem Herzog Heinrich von Bayern Schutz fand, auch mit diesem in eine Fehde verwickelt, die mit dessen zeitweiser Absetzung endigte. Ferner empörten sich der Graf von Flandern und der neue Markgraf von Meißen; doch auch sie bezwang H. Wegen Burgund schloß H. mit dem kinderlosen König Rudolf III. 1006 einen Vertrag, demgemäß dieses Land nach Rudolfs Tode an das Deutsche Reich fallen sollte. Den Papst Benedikt VIII., der 1014 vor dem Gegenpapst Gregor nach Deutschland hatte flüchten müssen, setzte der Kaiser wieder in seine Würde ein. Thatkräftig und tapfer, fast unausgesetzt zu Feldzügen genötigt, war H. zugleich der Kirche aufrichtig ergeben und hat sich vorzüglich durch die Stiftung des Bistums Bamberg ein glänzendes Andenken gesichert. Hier ist aber auch sein Name von Fabeln umwuchert und aus dem kriegerischen Fürsten ein mönchischer Frömmler gemacht. H. starb kinderlos 13.Juli 1024 zu Grona bei Göttingen, wurde zu Bamberg beraben und von Papft Eugen III. 1046 unter die Heiligen versetzt. Seine Gemahlin Kunigunde starb 1038 zu Kaufungen im Kloster und wurde später gleichfalls heilig C Auf dem Throne folgte ihm Konrad II. Vgl. S. Hirsch, Jahrbücher des Deutschen Reichs unter H. II.„ —.— von Usinger, Pabst und Breßlau; 3 Bde., Berl. 1862 —75); Giesebrecht, «Geschichte der deutschen Kaiserzeite (4. Aufl., Bd. 2, Braunschw. 1875).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 45Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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