Heinrich I., Herzog von Bayern, geb. zwischen April 919 und April 922 zu Nordhausen, Sohn des deutschen Königs Heinrich I., ließ sich nach dem Tode desselben wiederholt in gefährliche Verschwörungen gegen das Königtum, ja selbst das Leben seines Bruders, des Königs Otto I., ein. Die Fürbitte der Mutter, der heil. Mathilde, verschaffte ihm Verzeihung und 948 die Belehnung mit dem erledigten Herzogtum Bayern, welches Otto später in Anerkennung der von H. gegen die Ungarn und gegen den König Berengar II. von Italien geleisteten Dienste noch durch das Herzogtum Friaul und Verona vergrößerte. Er stand jetzt so in Gunst, daß seine Bevorzugung mit den Anlaß gab, daß Ottos eigener Sohn und Schwiegersohn sich empörten. Die dadurch hervorgerufenen Kämpfe im Reiche wurden aber auch von den Bayern benutzt, die Herrschaft des Sachsen abzuschütteln: Bischöfe, Große und Volk standen vereinigt gegen den Herzog in Waffen, der erst allmählich, namentlich durch die Einnahme Regensburgs, des Aufstandes Meister wurde. Dort starb er 1. Nov. 955. Ihm folgte in Bayern sein Sohn Heinrich II.