FeedHeiurich Julius
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Heiurich Julius, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, deutscher Dramatiker, geb. 15. Okt. 1564 zu Wolfenbüttel, bestieg 1589 nach dem Tode seines Vaters Julius den Thron, geriet in Mißhelligkeiten mit seiner Hauptstadt, lebte die letzte Zeit meist in Prag und starb daselbst 20. Juli 1613. Seine Werke (vollständig von Holland 1855 in den (Publikationen des Stuttgarter Litterarischen Vereinso herausgegeben) verließen zuerst auf Anregung der von den engl. Komödianten in Umlauf gesetzten dramatischen Stoffe den engen Kreis des meist biblischen Schuldramas, und nur sein erstes, die «Susannav (1593), ist noch diesem Kreise entlehnt. Seine Stoffe sind aus Novellensammlungen oder Schwankbüchern entlehnt; die stehende komische Figur, ein dreister, gefräßiger Bedienter, heißt bei ihm gewöhnlich Johann Bouset. Zu nennen sind besonders: Von einem Edelmann, welcher einem Abt drei Fragen aufgegebeno (1594; derselbe Stoff wie Bürgers Kaiser und Abto) und «Vincentius Ladislausy (1594), ein Geistesverwandter von A. Gryphius' «Horribilicribrifaxo und zum Teil Vorbild des Münchhauseno.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 60Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6