Andreä (Joh. Valent.), Enkel des vorigen, geb. 17. Aug. 1586 35 Herrenberg, studierte un 1601 in Tübingen. Wegen einer jugendlichen Unbesonnenheit 4.1607 sein Studium zu unterbrechen, bereiste A. 1607—14 als Da junger Edelleute Frankreich, die Schweiz und Italien, ward 1614 Diakonus in Vaihingen, 1620 Stadtpfarrer und Superintendent zu Calw, 1639 Hofprediger und Konsistorialrat zu Stuttgart, 1650 Abt und Generalsuperintendent zu Bebenhausen, 1654 Abt in Adelberg und starb 24. Juni 1654 zu Stuttgart. Mit scharfer Satire geißelt A. in der Komödie (Turbo, seu moleste et frustra per cuncta diva gans ingeniumo (1616) das damaligé gelehrte Treiben, in dem Menippus, seu satyricorum dialogorum centuria (1618) die Thorheiten aller Stände, schildert in De Christiani Kosmoxeni genitura (1612) die Wunderbarkeit eines Christenlebens, entwickelt in der Rei publicae Christianopolitanae descriptiod (1619) eine ideale Beschreibung eines christlichen Musterstaats und führt in den (Herculis christiani luctaes (1615; deutsch von Viktor enichen Hedich a. M. 1845) und in dem allegorischepischen Gedicht «Die Christenburgo (neue Ausg. von Grüneisen, Lpz. 1836) dem Leser die Schwierigkeiten vor, unter den Versuchungen der Welt sein Christentum zu bewähren. Auch suchte A. dies lebendige werkthätige Christentum durch Begründung einer Gesellschaft gleichgesinnter Männer zu sus der einer Geistesgemeinschaft, in welcher Chritus der Mittelpunkt sei. Deshalb schrieb A. 1617 die Invitatio fraternitatis Christi ad amoris candidatoso, 1620 die «Christianae societatis idea und die «Christiani amoris dextra porrecta und sandte sie an 24 befreundete Männer. Die Drangsale des Kriegs hinderten jedoch die Aussührung des Plans. In seinen frühern Schriften: Fama fraternitatis R. C.y (1614), (Confessio fraternitatis R. C.„ (1615), Chymische Hochzeit Christiani Rosenkreuzo (1616), verspottete A. die Schwärmerei und Thorheit seiner Zeit in derber Satire. Als dennoch um den Namen Rosenkreuzery (s. d.) alle Rrebungen der mystischen und alchimistischen Betrebungen der Zeit sich sammelten, hat A. selbst dagegen geschrieben, freilich vergeblich. Vgl. Hoßbach, «A. und sein Zeitalters (Berl. 1819).