Heinrich von Ofterdingen, sagenhafter Sänger, der in dem Gedicht vom Wartburgkriege (um 1290) eine Rolle spielt, und in dem der Sage nach 1207 veranstalteten Sängerkampfe Wolfram von Eschenbach gegenübertritt als Lobredner des Herzogs Leopold VII. von Osterreich. Wenn er auch wohl nicht eine rein erfundene Persönlichkeit ist, so besitzt man doch nichts von ihm; eine jüngere Bearbeitung der tirolischen Zwergdichtung «Laurinv nennt ihn allerdings als Verfasser. Novalis hat H. zum Helden eines Romans gewählt. Richard Wagner identifiziert ihn mit Tanhäuser (s. d.).
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 65Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei