Heinrich von dem Türlin, deutscher Dichter des 13. Jahrh., aus Kärnten, verfaßte um 1215 eine poetische Bearbeitung der Sage vom Zaubermantel, der nur einer keuschen Frau paßt (zuletzt herausg. und als H. angehörig erwiesen von Warnatsch, Bresl. 1883), vielleicht ein Stück aus einer Lanzelot-Bearbeitung, nach dem franz. Gedicht Le mantel mantaillién. Bekannter ist sein Gedicht Der Aventiure krönep (herausg. von Scholl, Stuttg. 1852), deren eigentlicher Held Gawan, das Ideal hösischen Rittertums ist. Seine angebliche Quelle 101 eine Dichtung von Crestien de Troyes, doch ist dies nicht richtig, thatsächlich hat H. verschiedene Quellen benutzt und das Benutzte mit eigener Erfindung vermischt. Seinen Namen nennt er in dem zweiten Gedicht in Form eines Akrostichons. Vgl. Reißenberger, «Zur Krone Heinrichs von dem Türlino (Graz 1879).