FeedHellebörus L.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Hellebörus L., zu den Ranunculaceen gehörige Gattung perennierender Gewächse mit großem, außen schwarzem Rhizom, wegen dessen Schärfe sie schon bei den Alten für mediz. Zwecke Anwendung fanden, mit großen, lederartigen, fußförmig geteilten, gezähnten Blättern und innen grünen, meistens mit Purpurviolett verwaschenen, bei einigen Arten weißen Blumen, und innerhalb derselben mit einem Kreise dütenförmiger Gebilde, welche wahrscheinlich die röhrig gewordenen Blumenblätter darstellen. Eine der ausgezeichnetsten Arten dieser Gattung ist H. niger, die Weihnachtsrose oder Christwurz, deren große, weitgeöffnete l weiße, später purpurn anlaufende Blumen je nach ! Standort und Witterung vom Dezember oder Januar bis zum Februar, bisweilen auch noch im März erscheinen. Eine Varietät (var. major) ist von kräftigerm Wuchs und hat größere Blumen von reinerm Weiß. Das Rhizom dieser Art war früher als schwarze Nieswurz (Radix Hellebori nigri) offizinell. Sie enthält einen sehr giftigen Saft, welcher, in größern Gaben in den Körper aufgenommen, bei Menschen und Tieren hem mend auf die Respiration und den Herzschlag wirkt und nach vorausgegangener Muskelschwäche und Darmentzündung den Tod herbeiführen kann. Ahnliche Eigenschaften besitzt der Wurzelstock der grünen Nieswurz, I. viridis, einer im mittlern und südlichen Deutschland, in der Schweiz und in Frankreich wild wachsenden Art mit beblättertem Stengel und im Frühling mit grünlichen Blumen, sowie der der Stinknieswurz, H. foetidus, welche in den Alpen und verschiedenen Gegenden Deutschlands vorkommt und sich von der vorigen durch schellenförmige grüne, purpurn gesäumte Blumen unterscheidet. Beide werden bisweilen auch in Ziergärten unterhalten, häufiger aber neben andern Arten, H. orientalis, die echte schwarze Nieswurz der Alten mit grünlich-weißen, purpurn gerandeten, H. caucasicus mit glänzend blaugrünen, H. olympicus mit außen grünlich-rosenroten, innen rötlich-weißen Blumen. Von diesen Arten sind in neuerer Zeit zählreiche Blendlinge mit teilweise lebhaftern Blumen erzogen und in den Handel gebracht worden. Alle diese Winterblumen lassen sich durch Stockteilung im Herbst, leicht aber auch durch Aussaat vermehren. Sie eignen sich auch, wenigstens die erste dieser Arten und die zuletzt gedachten Blendlinge, zur Topfkultur.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 88Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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