Hibiscus, Ibisch, Gattung der Pflanzenfamilie der Malvaceen, einjährige oder ausdauernde Kräuter, oft holzige und selbst baumartige Gewächse exotischen Ursprungs und von verschiedener ärte. Die Blumen sind denen der Malven ähnich, aber meistens größer und schöner; der Kelch ist außen von schmalen Hüllblättern umgeben, die Frucht eine fünffächerige, meist vielsamige Kapsel. Von ihren Arten vielleicht die verbreitetsteist H.syriacus, Strauch-Ibisch, schon längst in die Gärten Europas eingeführt, 2—3 muhoch, mit derben Blättern und mit Blumen von violett-karminroter Farbe. Durch die Kultur sind zahlreiche Varietäten entstanden, mit einfachen und gefüllten, weißen, rosenroten, purpurnen, dunkelvioletten, nankingfarbigen Blumen; sie sind wegen ihrer Reichblütigkeit im Sommer bis in den Herbst und, weil sie den Schnitt vertragen, beliebte Zierpflanzen. Im Westen und Süden Deutschlands ist der Strauch-Ibisch vollkommen winterhart, verlangt aber im übrigen einige Deckung im Winter. Die Vermehrung der Varietäten geschieht durch Ableger oder Veredelung in Töpfen unterhaltener Sämlinge. Die aus dem südl. China stammende H. rosa sinensis muß im Warmhause oder in Wohnstuben unterhalten werden. Diese Art wird bis 3 mhoch und bh lebhaft grüne, glänzende, dauernde Blätter und sehr große, weit geöffnete Blumen von dunkelroter Farbe; besonders prächtig ist die gefüllt blühende Varietät. Sehr interessante Arten der Gewächshäuser sind H. mutabilis, der Mandel-Ibisch, dessen große Blumen im Aufblühen weiß sind und bei hellem Sonnenschein allmählich hell⸗, dann dunkel⸗ und schließlich purpurrot werden, und H. Manihot, ein nordamerik. Strauch mit handförmigen Blättern und Canun blaßgelben Blumen mit schwarzrotem chlunde. Von H. Abelmoschus, einem Strauche Mioschit⸗ und Südamerikas, werden die stark nach oschus duftenden Samen (grana moschata) zu Parfümerien verwendet. Ausdauernd und durch Tracht, wie durch Schönheit und Größe der Blumen ausgezeichnet sind H. militaris und palustris: in besonders günstigen Lagen halten sie auch in zur Kalklan im freien Lande aus, finden aber besser im Kalthause ihren Platz. Einjährig ist H. esculentus, der Gombo, dessen noch grüne Früchte in allen wärmern Erdteilen als Zusatz zu Brühen u. s. w. genossen werden, selbst noch in Paris; sie sind fade und schleimig, aber gesund und nahrhaft. Andere einjährige Arten sind Zierpflanzen der Gärten, aber nicht von besonderm Interesse.