FeedHelsingör (frz. Elseneur, engl. Elsinore)
ErdkundeBrockhaus 1882

Helsingör (frz. Elseneur, engl. Elsinore), See- und Handelsstadt im Amte Frederiksborg auf der dän. Insel Seeland, an der Eisenbahn nach Kopenhagen und an der schmalsten Stelle des hier nur 5 km breiten Sund, Helsingborg gegenüber, wohin von hier die überfahrt stattfindet, zählt (1880) 8978 E., welche hauptsächlich vom Transitohandel und dem Verkehr mit den vielen hier anlegenden Schiffen leben. Der Ort besitzt mehrere Fabriken, eine bedeutende Schiffswerft, eine Realschule, ein Seebad und seit 1863 einen geräumigen und sichern Hafen für Schiffe, die nicht über 6Em Wasserzug haben. Zu demselben gehörten Ende 1882 114 größere Schiffe von 12527 Registertons, darunter 8 Dampfschiffe. Dazu kamen noch 574 kleinere Schiffe von weniger als je 4t. Wichtig war früher H., weil hier bis 1857 der Sundzoll (s. Sund) erhoben wurde. Zur Deckung wurde ganz in der Nähe auf der Spitze einer Landzunge die frühere Festung Kronborg 1577—85 angelegt und 1688 —91 erweitert, welche mit Wällen und breiten Gräben umgeben ist, ein Zeughaus, Kasematten und ein Schloß mit einem Leuchtturm und einer Kapelle umschließt. In der Nähe liegt auch das ehemalige königl. Lustschloß Marienlyst, welches jetzt an eine Aktiengesellschaft verkauft ist, und in dessen Garten für das dortige Seebad ein Hotel und viele Logierhäuser gebaut sind. Etwa 2 km gegen N. liegt das schöne Hellebäk (s. d.). H. wird schon 1288 als Stadt genannt, 1522 von den Lübeckern eingenommen und verbrannt, 1535 für Christian II. erobert. Die Kronenburg wurde 6. Sept. 1658 von den Schweden unter Wrangel erobert, aber 1660 wieder herausgegeben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 98Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6