Henriquel-Dupont (Louis Pierre Henriquel, genannt), franz. Kupferstecher, geb. 13. Juni 1797 Paris, trat im Alter von 15 Jahren bei dem Maler Pierre Guérin in die Lehre, wandte sich aber nach drei Jahren der Kupferstecherkunst zu und nahm Unterricht bei Bervic; 1818 eröffnete er hiche ein Atelier und begann mit kleinen Kupfertichen für Verleger und mit Platten Laurents Prachtwerk Le Musée Royalo. Zugleich bewies er seine Tüchtigkeit in der Ausstellung von 1822 durch das nach van Dyck m sehr est Bildnis einer Dame und ihrer Tochter, ein sehr effektvolles Blatt. Harert wählte er jedoch die Werke neuerer Wers aler für seinen Grabstichel. Ausgezeichnete Werke aus seiner frühern Zeit sind: die Abdankung Gustav Wasas (1831) nach Hersent, ein Kapitalblatt; Cromwell am Sarge Karls I. (1833) nach Paul Delaroche, in Aquatinta-Manier; Lord Strafford, zu seiner Hinrichtung geführt (1840), nach dem berühmten Gemälde von demselben Meister; der tröstende Heiland (1842) nach Ary Scheffer. Nach manchen Zwischenarbeiten vollendete H. 1853 den Stich nach dem großen Wandgemälde des Paul Delaroche in der pariser Kunstschule. Später stach er nach demselben Meister die Bestattung Christi (1856) und die Aussetzung Mosis (1858). Dazu kamen: die Vermählung der heil. Katharina mit dem Christuskinde (1867) nach Correggio, die Jünger zu Emmaus (1869) nach Paolo Veronese, die Madonna des Hauses Orleéans und die fünf Heiligen (1876) nach Rafael. Bei größern Werken erreichte H. seine Zwecke durch einen sehr sorgsamen, einfachen und kräftigen Vortrag, in welchem sich Radiernadel und Grabstichel verbinden. Dabei ist er ein trefflicher Zeichner und weiß auf die Physiognomie mit Zartheit und Feinheit einzugehen, sodaß seine Porträts besonders ansprechend und lebendig erscheinen. Zu den gelungensten Blättern dieser Art gehören: die Porträts von Armand Bertin (1845) nach Ingres, Graf Duchatel (1864) nach Flandrin, Graf Montalivet (1869), James Rothschild (1873), Cavelier (1876). H. wurde 1849 in die Akademie aufgenommen und 1863 zum Professor der Kupferstechkunst an der reorganisierten Ecole des beaux-arts zu Paris ernannt.