Hessen-Philippsthal, die jüngere Nebenlinie von Hessen-Kassel, ohne Landeshoheit, wurde von Philipp, geb. 1655, dem dritten Sohne des Landgrafen Wilhelm VI. und der Hedwig Sophie, einer Schwester des Großen Kurfürsten von Brandenburg, begründet. Bei seines Vaters Tode 1663 erhielt er zufolge des Testaments desselben eine Jahresrente. Durch seinen Bruder, den Landgrafen Karl, wurde er 1678 mit dem durch das Aussterben der Familie von Wersebe heimgefallenen Dorfe erleshausen beliehen und ihm 1685 das ehemaige Kloster Kreuzberg an der Werra zur Errichtung einer beständigen Residenz eingeräumt, das er hierauf unter dem Namen Philippsthal, der dann auch auf das nahegelegene Dorf Kreuzberg überging, in ein Schloß umwandelte. Auch ererbte er von seiner Mutter nicht unbedeutende Güter, namentlich die Hälfte des Schlosses und der Erbvogtei Barchfeld. Er starb 1721. Von seinen beiden ihn überlebenden Söhnen fuührte Karl (geb. 1682, gest. 1770) die Linie H.⸗P. fort; Wilhelm (geb. 1692, gest. 1761) wurde der Stifter der Linie Hessen-Philippsthal-Barchfeld. Der Landgraf Karl hatte seinen Sohn Wilhelm zum Nachfolger, der 1810 starb. Ihm folgte, da sein ältester Sohn, der Prinz Karl, bei der Belagerung von Frankfurt a. M. 2. Jan. 1793 seinen Tod gefunden hatte, sein Bruder Ludwig, der als Gouverneur von Gaéta gro⸗ — Ruhm durch tapfere Verteidigung dieser Festung ch erwarb. Ludwig starb 15. Febr. 1816, und da er keine männlichen Nachkommen hinterließ, so +* ihm der Landgraf Ernst Konstantin, geb. 8. Aug. 1771, der bis 1796 in holländ. Diensten gewesen, 1808 Großkammerherr des Königs von Westfalen geworden und später wieder in niederländ. Dienste getreten war. Als dieser 25. Dez. 1849 starb, folgte ihm sein ältester Sohn Karl und diesem, der 12. Jan. 1868 starb, sein Sohn Ernst (geb. 20. Dez. 1846). In der Linie Hessen-Philippsthal-Barchfeld folgte dem Stifter Wilhelm sein Sohn Adolf (geb. 1742, gest. 1803), der seinen Sohn Karl Auuli 1854) zum Nachfolger hatte. Diesem folgte in Sohn Alexis Wilhelm (geb. 13. Sept. 1829), dessen landgräfl. Titel jedoch von seiten des Kurfürsten von Hessen erst 1857 anerkannt wurde. Landgraf Alexis vermählte sich 1854 mit der Preu zessin Luise, Tochter des Prinzen Karl von Preußen, welche Ehe 1861 geschieden ward. Sein jüngerer Bruder, Prinz Wilhelm Friedrich Ernst (geb. 3. Okt. 1831), königl. preuß. Contreadmiral à 1a suite, vermählte sich in erster CEhe 1857 mit der Aurfürter Marie von Hanau, einer Tochter des urfürsten Friedrich Wilhelm I., aus welcher zwei Prinzen und zwei Prinzessinnen hervorgingen; diesen wurde 28. Juli 1876 vom König von? reußen der Titel Prinzen und Prinzessinnen von Ardeck verliehen. Nach erfolgter Scheidung dieser Che 1872 vermählte er sich 1873 mit Prinzessin Juliane (gest. 1878), der zweiten Tochter des Fürsten Ludwig von Bentheim-Bentheim und Bentheim-Steinfurt, aus welcher Ehe eine Prinzessin und ein Prinz hervorgingen. In dritter Ehe vermählte er sich 1879 mit Prinzessin Adelheid (gest. 1880), ältester Tochter des Fürsten Ludwig von Bentheim.