FeedHeyse (Joh. Christian Aug.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Heyse (Joh. Christian Aug.), deutscher Schriftsteller und Schulmann, geb. 21. April 1764 zu Nordhausen, besuchte das dortige Gyömnasium und studierte seit 1783 in Göttingen Theologie und Pädagogik, zugleich aber Philosophie, Geschichte und Naturwissenschaften. Hierauf wurde er 1786 Hauslehrer in Oldenburg, wo er eine Mädchenschule errichtete und 1792 als Lehrer am Gymnasium angestellt wurde, welche Stelle er aber 1806 niederlegte. Im J. 1807 wurde er Rektor am Gymnasium und Direktor einer höhern Töchterschule in Nordhausen und 1819 Direktor einer solchen in Magdeburg, wo er 27. Juni 1829 starb. Sein erster schriftstellerischer Versuch war der Neue Jugendfreund, oder Ernst und Scherzo (4 Bde., Hamb. 1801—2). Seine grammatischen Arbeiten begann er mit dem in zahlreichen Auflagen erschienenen «Allgemeinen Bremdwörterbuch' (Oldenb. 1804). Seine «„Theoretisch-praktische deutsche Grammatiko (Hannov. 1814) erschien in 5. Auflage, bearbeitet von Karl Wilh. Ludw. Heyse (2 Bde., Hannov. 1838—49). Der Auszug daraus, die «Deutsche Schulgrammatiko (Hannov. 1816; 23. Aufl. 1878) und sein Leitfaden zum Unterricht in der deutschen Sprachen (23. Aufl., Hannov. 1874) fanden weite Verbreitung. In seinen letzten Lebensjahren beschäftigten ihn Vorarbeiten zu einem Wörterbuch der deutschen Sprache, das sein Sohn, Karl Wilhelm Ludwig Heyse (s. d.), ausgeführt hat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 214Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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