Hildesheimische Stiftsfehde heißt die Fehde, welche Bischof Johann von Hildesheim (ein Herzog von Lauenburg) im Bunde mit Herzog Heinrich dem Mittlern von Lüneburg gegen Herzog Erich I. von Kalenberg und Herzog Heinrich den Jüngern von Wolfenbüttel, sowie den Bischof Franz von Minden unternahm, um alte Streitigkeiten zum Austrage zu bringen. Bischof Johann fiel während der Charwoche 1519 in das Bistum Minden ein und vertrieb den Bischof Franz, worauf in den Landen aller beteiligten Fürsten der Kampf begann und schonungslos geführt wurde. Am 29. Juli 1519 trafen die beiderseitigen Heere unweit des Dorfes Surbostel aufeinander, und nach dreistündiger Schlacht (abei Soltauo genannt) siegte der Bischof Johann von dangeushat die Gegner fielen zum Teil in Gefangen adesse 3000 Gefallene deckten das Schlachtfeld, indessen vermochten die Sieger den Waffenerfolg nicht politisch auszunutzen, und die Verhandlungen schleppten sich lange Zeit hin. Im J. 1521 fielen der Herzog von Kalenberg und der hem ein w Braunschweig in das Bistum Hildesim ein und besetzten das ganze Stift, mit Ausnahme der tapfer verteidigten Städte Hildesheim und Peine. Bischof Johann setzte bis zum Schlusse des J. 1522 den Widerstand fort, mußte indessen 1523 in die vertragsmäßige Abtretung des größten Teils seiner Besitzungen willigen, da er von seinem Verbündeten nicht unterstützt wurde. Vgl. Delius, „Die Hildesheimische Stiftsfehder (Lpz. 1803).