FeedHiller (Gottlieb)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Hiller (Gottlieb), Naturdichter, geb. 15. Okt. 1778 zu Landsberg bei Halle, war der Sohn eines Aniterswien nach dessen frühem Tode sich seine zutter wieder mit einem Tagelöhner verheiratete und nach Köthen zog. H. diente erst als Lohnfuhrmann, später beschäftigte er sich mit dem Flechten von Taubennestern und dem Streichen von Lehmziegeln. Durch Wielands Schriften, welche ihm in die Hände kamen, zum Dichten angeregt, verfertigte er 1801 sein erstes Gedicht, und zwar auf eine im Spätherbst gefundene grüne Schote. Derartiger Gelegenheitsdichtung blieb er auch ferner getreu. Im J. 1803 wurde er auf Veranlassung des Prinzen Louis Ferdinand dem Könige und der Königin von Preußen vorgestellt. Auf Zureden seiner Freunde gab er eine Sammlung seiner 4Gedichte (Köth. 1805) heraus und begleitete sie mit einer Selbstbiographie. H. beschrieb noch seine Reisen durch Sachsen, Böhmen, Ssterreich und Ungarn» (Köth. 1808), lebte längere Zeit in Wien und starb zu Bernau bei Berlin 9. Jan. 1826.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 238Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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