Jacoby (Louis), Kupferstecher, geb. 7. Juni 1828 zu Havelberg, studierte am Realgymnasium zu Perleberg, ging dann aber zu dem berühmten ö Stecher Professor Mandel nach Berlin, wo er alsbald mit bedeutenden Arbeiten auftrat. Zu den ersten gehörten die Geschichte und die Sage nach Kaulbach (Original im Treppenhause des Museums in Berlin), die nachtwandelnde Lady Macbeth nach demselben u. s. w. Hierauf verweilte er über vier Jahre in Paris und vollendete den Stich der Hunnenschlacht nach dem Bilde des berliner Museums. Nach einem Abstecher nach Spanien weilte J. zwei Jahre in Rom, wo ihn hauptsächlich die Aquarelle nach Rafaels Schule von Athen beschäftigten, welche als Grundlage für seinen Stich nach diesem Gemälde dienten. Im J. 1863 erhielt er einen Ruf als Professor seines Fachs an die wiener Akademie. Während dieser Zeit entstanden die Bildnisse des österr. Kaiserpaares nach Winterhalter. dr J.1882 kehrte er nach Berlin zurück als Beirat r Reichsdruckerei. Von seinen vielen Porträts sind die gelungensten: General de la Motte Fouqué nach Pesne für die Werke Friedrichs d. Gr., Cornelius, das von Olfers nach Zeichnung von Kaulbach, Graf Vork nach der Büste von Rauch für die Biographie Droysens, endlich nach eigenen Zeichnungen die des Kunsthistorikers E. Guhl, Karl Ritters, Mommsens, Henzens und der wiener Professoren Brücke und Rolitansty. In neuester Zeit ist J. mit dem Stich der Hoch— zeit Alexanders mit der Rorane nach dem Gemälde Soddomas in der Farnesina zu Rom beschäftigt.