Holzkohle ist der bei der trockenen Destillation oder bei der unvollkommenen Verbrennung des Holzes verbleibende Rückstand. H. wird für technische Zwecke vielfach im großen Maßstabe dargestellt. Dies geschieht entweder unter Aufopferung der sonstigen Produkte (Meiler⸗, Gruben⸗, Ofenköhlerei) oder unter Gewinnung von Teer, Essigsäure u. s. w. (S. unter Holzessig.) Die H. bildet eine schwarze, poröse Masse, in welcher die Struktur des Holzes erhalten ist. Je nach der Temperatur, welcher sie bei der Erhihung ausgesetzt gewesen ist, enthält sie, außer Kohlenstoff, noch Wasserstoff und Sauerstoff in chem. Bindung. Sie hat die Eigenschaft, große Mengen von Gasen und Dämpfen aufzusaugen, sowie Farbstoffe und andere Körper und Lösungen zu absorbieren. Sie findet vielfache Verwendungen: als Heizmaterial für viele metallurgische Operationen, als Reduktionsmittel bei chem. Prozessen, als entfärbende Substanz, als Desinfektionsmittel, bei der Bereitung des Schießpulvers; gepulverte H. bildet das gewöhnliche schwarze Zahnpulver u. s. f. „Holzkonservierung ist die Bezeichnung für die Gesamtheit derjenigen Verfahrungsarten, durch welche das Holz in dem für den Weiten geeigneten Zustand erhalten wird. Am meisten leidet das Holz, welches direkt dem Einfluß des Seewassers ausgesetzt ist; zur Erhaltung der Schiffbauhölzer gilt es hauptsächlich, die Angriffe des Bohrwurms (s. d.) abzuwehren. Bei der Benutzung des Holzes zu Landbauten, wo dasselbe vor Feuchtigkeit geschützt liegt, sind die gefährlichsten Feinde die Holzwürmer (s. d.), insbesondere die Bockkäfer (s. d.), Bohrkäfer (. d.) und Anobien (s. unter Holzfresser), welche ahlreiche Gänge hindurcharbeiten und das Holz schließlich in Staub (Wurmmehl) verwandeln, wovon auf der Oberfläche oft kaum Spuren bemerkbar sind. Hat sich der Wurm einmal eingenistet, so sind alle zur Erhaltung des Holzes En Mehoden d Mittel unzureichend; die bezüglichen der H. können daher nur den Zweck haben, das Holz vor dem Wurmfraßzu schützen. Wo das Holz feucht liegt, oder wo feuchtes Holz beim Bau verwendet wurde, tritt die Zerstörung durch Fäulnis (Vermodern, Vermorschen, Verstocken) ein und es entsteht auf der Oberfläche der Holz⸗ oder 9. dieenigen (. d.). Die H. hat hier die Aufgabe, diejenigen Stoffe zu entfernen, resp. unschädlich zu machen, durch welche unter gewissen Bedingungen die Fäulnis im Holz eingeleitet und unterhalten wird. Die ersten Versuche dieser Art richteten sich auf Abschluß der 55 und des Wassers, zu welchem Zweck man dem Holz einen undurchlässigen Anstrich gab, wobei völlig übersehen wurde, daß, da die Luft alle porösen Körper durchdringt, jedes Holz an sich mehr oder weniger Feuchtigkeit enthält. Alle Mittel, die Fäulnis des Holzes zu verhüten, lassen sich nach den ihrer Anwendung zu Grunde liegenden Prinzipien in folgender Weise klassifizieren: 1) Austrocknung des Holzes vor der Verwendung; 2) Entfernung der die . bedingenden andreten teile; 3) chem. Veränderung dieser Bestandteile. Das Trocknen des Holzes, welches auch dazu dient, das Schwinden und Werfen desselben bei der spätern Verarbeitung zu vermeiden, wird in wirksamer und zugleich ökonomischer Weise erreicht, indem man die Abfälle des Holzes zur Speisung von Ofen benutzt, welche die Aufbewahrungsräume heizen und dabei den Rauch in dieselben einströmen lassen. Hier sei auch das Renésche Austrocknungsverfahren erwähnt, das die zur Verarbeitung bestimmten Hölzer dauernd gegen den Einfluß von Temperaturveränderungen schützen soll. Entsprechend der Erfahrung, daß Holz, welches lange Zeit der Luft ausgesetzt war, plötzlichem Temperaturwechsel viel besser widersteht, wird hierbei gleichsam ein natürlicher Prozeß, das Altwerden des Holzes, nachgeahmt, wozu die Wirkung des Sauerstoffs, vielmehr des aus demselben mit Hilfe des elektrischen Stroms dargestellten Ozons, benutzt wird. Dieses Verfahren hat für zahlreiche Industriezweige, speziell für den Pianofortebau, praktische Bedeutung erlangt. ö Das getrocknete Holz muß, ehe es in einen feuchten Raum kommt, mit Substanzen überzogen werden, die das Eindringen von Feuchtigkeit in das Innere verhindern. In diesem Sinne nützt das Bestreichen des getrockneten Holzes mit Rohparaffin, Pech, Steinkohlenteer, Firnissen, lfarben etc. Die Entfernung der Feuchtigkeit, d. h. des in den Zellen des Holzes zurückgebliebenen, teils aus Wasser, teils aus organischen und mineralischen Stoffen bestehenden Saftes, wirkt noch sicherer als das Trocknen des Holzes. Auf mechan. Wege wurde diese in England versucht, indem man dünne, glatt gehobelte Brettchen aus fris chem Holz mehrmals zwischen Metallwalzen mit allmählich sich steigerndem Druck hindurchgehen ließ, wodurch ein großer Teil des Safts ausgepreßt und so zugleich eine Verdichtung, mithin größere Festigkeit erzielt wurde, doch ist dieses Verfahren bloß bei zähem Holz durchführbar. Nach einer andern, ziemlich umständlichen und kostspieligen Methode wird der Saft dadurch verdrängt, daß heiße oder kalte komprimierte Luft einseitig in das Holz eingevumpt wird. Das am häufigsten angewendete Verfahren ist das Auslaugen des Holzes durch Einlegen desselben in kaltes, fließendes Wasser, das aber für dicke Stämme mehrere Sommer erfordert. n kürzerer Zeit, aber ohne bedeutende Umständlichkeit nur bei kleinern Stücken, wird das Auslauen mittels kochenden Wassers bewirkt. Am schnellten und vollkommensten entfernt man den Zellensaft durch das Dämpfen des Holzes, das in besondern Apparaten, aus Dampfkessel und hölzernem Dämpfkasten bestehend, ausgeführt wird. Das gedämpfte Holz ist um 5—10 Proz. leichter als ungedämpftes, hat hellern Klang und eine dunklere, über die ganze Masse gleichmäßig verteilte Färbung. Es hat außerdem größere Festigkeit, wirft sich nicht, nimmt langsamer Feuchtigkeit auf und trocknet schneller als gewöhnliches Holz. Eine teilweise Zerstörung, vielmehr chem. Veränderung der gärungsfähigen Saftbestandteile wird durch Dörren des Holzes bis zur Bräunung desselben, sowie durch oberflächliche Verkohlung (Carbonisieren) an den mit Feuchtigkeit in Dersahrung kommenden Stellen erreicht; letzteres Verfa ren findet namentlich bei Grundpfählen, Telegraphenstangen u. s. w. Anwendung. Von den eine chemische Veränderung des Zellensaftes bezweckenden Verfahrungsarten sind diejenigen die wichtigsten, welche auf der Imprägnierung, d. h. Durchtränkung des Holzes mit antiseptischen Stoffen beruhen; durch die Anwendung derselben wird das Holz nicht nur gegen Fäulnis, sondern auch gegen no es Eif widerschwellen u gemacht. Namentlich sind es Eisenbahnchwellen und Telegraphenstangen, die man einer mprägnierung unterwirft; auch Hölzer zu Uferbauten werden häufig imprägniert, seltener solche für den Landbau, obwohl auch für diese eine derartige Behandlung sich als vorteilhaft erweist. Zweckmäßige Vorarbeiten sind das Auslaugen, das Erhitzen und die Behandlung mit gespanntem Wasserdampf, indem hierdurch die Aufnahme der Imprägnierungsflüssigkeit wesentlich erleichtert wird. Die Imprägnierung erfolgt durch Einsumpfen, durch den Druck einer Flüssigkeitssäule oder durch Luftdruck. Das Einsumpfen besteht im allgemeinen darin, daß die Hölzer einfach in die „ mprägnierungsflüssigkeit gelegt und mehrere age in derselben gelassen werden. Diese Methode wurde durch den Engländer Kyan, nach welchem dieselbe Kyanisieren genannt wird, unter Anwendung von Quecksilberchlorid ausgebildet. Hölzer, welche zum Bau von Wohnhäusern, Ställen u. f. w. dienen sollen, dürfen, der Giftigkeit des Quecksilbersalzes wegen, nicht kyanisiert werden. Beim Paynisieren (nach dem Erfinder, dem Engländer Payne) läßt man das Holz in einer Eisenvitriol⸗ und dann in einer Kalklösung liegen, wodurch sich in den Poren Eisenoxyd absetzt; dieses Verfahren ist nur für kleinere Stücke anwendbar. Bei der von dem franz. Arzt Boucherie empfohlenen Imprägnierung durch den Druck einer Flüssigkeitssäule wird eine Lösung von Kupfervitriol benutzt, die aus einem hochgelegenen Reservoir durch Röhren derart gegen das Hirnende des Stammes geleitet wird, daß sie nur in die Poren des Holzes eintreten, nirgends aber seitlich ausfließen kann. Nach der Methode zur Imprägnierung im luftleeren Raum, wie sie von den Franzosen Bréant und bschtie angegeben wurde, wird das Holz in fest verschließbare eiserne Gefäße gebracht. Nachdem man aus denselben die Luft ausgepumpt hat, läßt man die Imprägnierungsflüssigkeit einströmen, worauf man mittels Druckpumpen einen hydraulischen Druck von 6—7 Atkeit dient nach Burnett (Burnettieren oder Burnettisieren) Chlorzink in wässeriger Lösung, nach Bethell (Bethellieren) Teeröl oder Kreosot. Neuerlich sucht man das Verfahren durch Vermischung der Chlorzinklauge mit carbolsäurehaltigem Teeröl zu verbessern.