Hübner (Emil), namhafter Philolog, Sohn des Malers Rudolf Julius H., geb. 7. Juli 1834 zu Düsseldorf, besuchte das BlochmannVitzthumsche Gymnasium zu Dresden und studierte 1851—54 in Berlin und Bonn Philologie. In den folgenden Jahren machte er Studienreisen nach Italien und Frankreich, 1860 und 1861 im Auftrage der berliner Akademie der Wissenschaften nach Spanien und Portugal; ausführliche Epigraphische Reiseberichtes von dort erschienen in den »Monatsberichten der Akademiev. Als Früchte dieser Reisen erschienen ferner Die antiken Bildwerke in Madrid, nebst einem Anhange, enthaltend die übrigen antiken Bildwerke in Spanien und Portugalh (mit 2 Tafeln, Berl. 1862), der 2. Band des berliner „Corpus inscriptionum Latinarumo, die Unscriptiones Hispaniae Latinaer (Berl. 1869) und die Inscriptiones Hispaniae christianaes (Berl. 1871). In den J. 1866 und 1867 bereiste er für das gleiche wissenschaftliche Unternehmen England, Schottland und Irland. Die Ergebnisse dieser Reisen sind niedergelegt im 7. Band des Corpus inscriptionum Latinarumo, den Inscriptiones Britanniae Latinaes (Berl. 1873) und den eInscriptiones Britanniae christianaes (Berl. 1876). Seit Dez. 1859 an der berliner Universität habilitiert mit der Schrift De senatus populique Romani actiso (Lpz. 1859), 1863 außerord., seit 1870 ord. Professor der klassischen Philologie daselbst, hat er er— scheinen lassen den «Grundriß zu Vorlesungen über die röm. Litteraturgeschichter (4. Aufl., Berl. 1878), sowie die Grundrisse zu Vorlesungen über die lat. Grammatik (2. Aufl., Berl. 1881), über die Geschichte und Encyklopädie der klassischen Philologie (Berl. 1876) und über die griech. Syntax (Berl. 1883). Von 1866 bis 1881 redigierte er die Zeitschrift für klassische Philologie KHermeso; in den J. 1868—73 gab er auch die «Archäol. Zeitungs als Sekretär der Archäologischen Gesellschaft zu Berlin heraus.