Hummel (Bombus) heißt eine zu den Bienen Melittiden) gehörende Insektengattung, welche den eigentlichen Honigbienen sehr nahe verwandt ist, von diesen sich aber durch den dichtzottig behaarten Leib und die mit Endstacheln versehenen Hinterschienen unterscheidet. Die H. leben, wie die Bienen, gesellig in einem Baue, in welchem die oft verschieden gefärbten Weibchen, Männchen und Arbeiter sich befinden. Nur die Weibchen überwintern, die übrigen sterben gegen den Winter. Von den 47 europ. Arten ist bei uns die Erdhummel (B. terrestris) am gemeinsten; sie ist etwa 20 mm lang, dick, schwarz, am After weiß: der Vorderteil des Thorax und eine breite Binde auf dem zweiten Hinterleibsringe ist gelb. Die Erdhummeln bauen ihr Nest, in dem sich etwa 100 — 200 Individuen befinden, unter die Erde. Sie haben genießbaren Honig, der aber stets nur in geringer Menge vorhanden, da nur kleine Gesellschaften einen Bau bewohnen, auch, wenn er von giftigen Pflanzen, z. B. Sturmhut, gesammelt wurde, schädliche Folgen hat. Die Weibchen können zwar empfindlich stechen, thun dies aber nicht leicht, auch dann nicht, wenn ihr Nest zerstört wird. Die kleinere Mooshummel (B. muscorum) wohnt gleichfalls in einer etwa 15 em breiten Erdhöhle, über welcher sie einen Haufen von Moos, trockenem Gras und Pflanzenfasern auftürmt. Die Steinhummel (B. lapidarius) ist schwarz, das Weibchen nur am After rot; bei den Männchen ist außerdem Gesicht und Thorax vorn und hinten gelb. Die Feldmäuse und die Füchse stellen des Honigs wegen den Nestern begierig nach. In der Landwirtschaft sind die H. indirekt besonders nützlich, indem sie, wie Darwin nachgewiesen hat, die Befruchtung vieler Blumen, 5 des Klees, dadurch vermitteln, daß sie den Blumenstaub vertragen, der an ihrem zottigen Leibe hängen bleibt. Neuseeland hatte keine Hummelart, die den von England eingeführten Klee hätte befruchten können; um nun der Kalamität, jedes Jahr neuen Kleesamen von auswärts herbeischaffen zu müssen, enthoben zu sein, importierte man H. und erzielte den gewünschten Erfolg.