FeedHummer
TierreichBrockhaus 1882

Hummer (Homärus) heißt eine Gattung der Seekrebse, welche dem Flußkrebse sehr nahe verwandt ist. Am bekanntesten ist der gemeine Hummer (H. vulgaris), welcher eine Größe bis zu 45 em erreichen kann. Seine Scheren sind sehr groß und ungleich, und die größere ist mit starken Höckerzähnen besetzt; der Stirnfortsatz hat jederseits drei bis vier Zähne. Er ist an Gestalt dem Flußkrebse sehr ähnlich, aber im Leben blau und gelb gefleckt, wird auch ebenso durch Kochen rot und liefert eine wohlschmeckende, jedoch für viele Personen schwer verdauliche Speise. Der Hummerfang geschieht meist mittels Hummerkörben und wird besonders in der Nordsee um Helgoland, an der südl. Küste Norwegens, im Kanal und in der Bretagne schwunghaft betrieben. In den letztgenannten Gegenden hat man Hummerparke, in welchen, je nach der Größe, bis zu 100000 H. im Sommer angesammelt und bis zur Verschiffung im Herbst und Winter mit dem Fleische wertloser Fische, besonders Haifische, ernährt werden. Die Verschiffung geschieht in eigens dazu eingerichteten Fahrzeugen mit doppeltem Boden, worin die Tiere selbst 14 Tage lebend erhalten werden können. Bei Versendungen landeinwärts werden die H. in den Seestädten, z. B. in Hamburg, zuvor gekocht oder mariniert. Im Winter können sie auch lebendig versendet werden. Man hat berechnet, daß in Nordeuropa allein jährlich an 5 Mill. H. verzehrt werden. Wie groß die Fruchtbarkeit der H. übrigens ist, ergibt sich aus Basters Beobachtungen, welcher an einem einzigen Weibchen 12444 dem Hinterleibe angehängte Eier zählte. Der amerikanische Hummer (H. ameèricanus) ist dem gemeinen sehr ähnlich; der südafrikanische Hummer (H. capensis) wird nur 15 em lang.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 462Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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