FeedInfibulation (lat.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Infibulation (lat.), Operation, welche durch Anwendung mechan. Mittel die Ausübung des Beischlafs und den Mißbrauch der Genitalien verhindern soll, besteht beim männlichen Geschlecht im Durchstechen der mäßig angespannten Vorhaut vermittelst einer dicken Nadel und dem Einheilen eines ringförmig gebogenen und an den Enden zusammengelöteten Metalldrahts (fibüla) in die Vorhaut, beim weiblichen Geschlecht im Einziehen eines ähnlichen Ringes durch die kleinen Schamlippen, wodurch der Scheideneingang verschlossen wird. Die J., deren schon Juvenal und Martial gedenken und die früher im Orient sehr üblich war, wird gegenwärtig als unzuverlässig und schmerzhaft nicht mehr angewandt. Dagegen herrscht bei vielen Völkern Ostafrikas noch heute der Gebrauch, die Schamspalte der Mädchen in den ersten Lebensjahren durch Wundmachen und narbiges Zusammenheilen der Schamlippen teilweise zur Verwachsung zu bringen und erst kurz vor der Verheiratung auf operativem Wege wieder zu eröffnen. Man hat dieses Verfahren gleichfalls mit dem Namen der J. belegt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 592Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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