Interfascikularcambium, s. unter Dikotyledonen. Julerperenz (lat.), Tötung, Totschlag. menden engl. Worte to interfere, d. i. sich einmischen, dazwischentreten) bezeichnet in der Physik diejenigen Vorgänge in den Wellenbewegungen, welche bei dem Zusammentreffen zweier oder mehre— rer Wellen eintreten. Wenn nämlich eine Wasser-, Schall-oder Lichtwelle an einem bestimmten Punkte anlangt und sich über ihn hinaus weiter verbreitet, so erteilt sie dem an diesem Punkte befindlichen Körper-oder Atherteilchen in jedem Augenblick eine bestimmte Geschwindigkeit, wie sie gerade der Stelle der Welle, an welcher sich dieses Teilchen befindet, entspricht. Wenn zwei oder mehrere Wellen an diesen Teilchen zusammenkommen, so erhält das— selbe eine Geschwindigkeit, wie sie der gesamten Ein— wirkung dieser Wellen gemäß ist. Treffen z. B. zwei solche Wellenzüge, welche von vers chiedenen Punkter usgehen, aber nahe die gleiche Richtung in ihrer zorlpflanzung besitzen, zusammen, so wird die Gechwindigkeit, welche ein ihrer gemeinschaftlichen Sinwirkung unterworfenes Teilchen einnimmt, von deiden Wellenzügen abhängen und in jedem Augenlicke die resultierende sein aus denjenigen Geschwindigkeiten, welche jeder Wellenzug einzeln demselben rteilen würde. Wie groß in jedem Augenblicke diese Resultierende wird, hangt von dem Gange der beiden Wellenzüge ab. Treffen dieselben z. B. so zusammen, daß sie beide dem Teilchen eine Bewegung nach derselben Seite erteilen, so wird die Resultierende gleich der Summe der Geschwindigkeiten, welche jeder Wellenzug einzeln erzeugt hätte, sein; die beiden Wellenzüge werden sich also in ihrer Wirkung verstärken. — —1 dagegen die beiden Wellenzüge gerade umgekehrt so zusammen, daß sie dem Teilchen eine Geschwindigkeit nach entgegengesetzten Seiten erteilen, so wird die daraus resultierende Geschwindigkeit die Differenz der beiden Geschwindigkeiten, welche jeder Wellenzug einzeln erzeugt hätte, sein; beide Wellenzüge schwächen sich also in ihrer a oder heben sich, wenn sie gleich stark sind, gänzlich auf, sodaß das Teilchen, welches ihrer vereinten Wirkung ausgesetzt ist, völlig in Ruhe bleibt. Bei Wasserwellen erscheint die Oberfläche des Wassers an diesen letztern Stellen in Ruhe; bei Schallwellen verschwindet an ihnen der Schall; bei Lichtwellen erscheinen solche Stellen dunkel. Die J. der Wellen gibt zu mannigfachen Erscheinungen Veranlassung. Wenn ein Zug von fortschreitenden Wellen mit den reflektierten Wellen desselben Zugs zusammentrifft, so bilden sich sog. stehende Wellen, d. h. es bleiben gewisse Stellen in Ruhe, während andere in eine bestimmte, regelmäßig hin⸗ und ergehende Bewegung geraten, Dies geschieht z. B. auf der Oberfläche des Wassers oder in den angeblasenen Pfeifen, deren Ton eben dies Resultat der J. zwischen den direkt erzeugten und den vom untern Ende der Pfeifen reflektierten Wellen ist. Durch die J. finden ferner die sog. Farben dünner Platten (3. B. der Seifenblasen oder angelaufenen Fensters cheiben), die Newton'schen Ringe, die ganze Klasse der Beugungs- oder Inflexionserscheinungen (s. Inflexioy) ebenso wie die farbigen Ringsysteme in den auf eine gewisse Weise geschliffenen und in einem Polarisationsapparat dem Durchgange des polarisierten Lichts ausgesetzten Platten doppeltbrechender Krystalle ihre Erklärung. Die J. des Lichts wurde von Grimaldi samt der darauf beruhenden Inflexion entdeckt (1665). Als er nämlich Licht durch zwei feine, nahe beieinander befindliche Offnungen in das dunkle Zimmer treten ließ, so beobachtete er auf dem weißen Schirme, welcher das Licht auffing, zwar die mittlern Stellen, welche von beiden Offnungen Licht erhielten, heller, als wenn sie nur durch eine Offnung Licht empfingen, dagegen fand er seitwärts von dieser hellern Mitte, und zwar an Orten, wo noch beide Offnungen Licht gleichzeitig hinsandten, dunkle Streifen, die augenblicklich verschwanden, wenn die eine eder Sffnungen geschlossen wurde. Derartige Ver⸗ „suche werden am einfachsten mit homogenem, d. i. einfarbigem, z. B. rotem Licht gemacht. Damit „ die beiden Lichtquellen in jeder Beziehung gleich „seien, bedient man sich der Interferenzspiegel ivon Fresnel (s. umstehende Fig. 1). Dieselben nbestehen aus zwei schwarzen gläsernen oder metallenen Planspiegeln 4 und C, die miteinander bei Beinen äußerst stumpfen Winkel bilden, welcher sich mittels sehr feiner Schraube 8 verändern läßt. Dieser Doppelspiegel kann durch die hölzerne Schraube Jan einem Ständer in verschiedener Höhe befestigt werden. Leitet man 2) im Finstern auf solche Spiegel a und b die Lichtstrahlen einer kräftigen einfarbigen, z. B. roten Lichtlinie c (im Querschnitt als Punkt gezeichnet) in sehr schiefer Richtung, so werden sich die von beiden Spiegeln reflektierten Strahlen unter sehr spitzem Winkel schneiden. Je zwei der reflektierten, in einem Punkte dsich schneidenden Strahlen haben meist ungleich lange Wege es d und os d zurückgelegt. Je nachdem nun die Differenz dieser Wege ein erades Vielfaches einer Wellenlänge, oder ein ungerades Vielfaches einer halben Wellenlänge beträgt, werden sich die in d zusammentreffenden Strahlen unterstützen oder ausheben Man sieht daher für den ersten Fall helle und für den zweiten Fig. 3. vom Rot gegen das Violett im Spekschiedenen Breite der einfach farbigen Interferenzstreifen erscheint bei Versuchen mit weißer Lichtquelle e in der Mitte ein weißer Streif, weil hier alle Farbengattungen aufeinander fallen und gleiche sich verstärkende Phasen der Wellen interferieren. Seitlich davon fallen auf Stellen, welche wegen der J. einer bestimmten Farbe dunkel gewesen wären, Sent Streifen einer andern Farbe, sodaß zu. beiden Seiten der weißen Mitte verschiedenfarbige Interferenzstreifen auftreten, welche um so lichtschwächer sind, je mehr sie von der Mitte abliegen. Auch die J. dunkler Wärmestrahlen läßt sich nachweisen, indem man die Maxima und Minima f der Interferenzstreifen mittels sehr schmaler, höchst em Rindlicher Thermometer oder Thermosäulen aufsucht. Die J. von Schallwellen wird durch mannigfache Apparate von Herschel, König u. a. m. dargethan, am einfachsten nach Hopkins (1838), wenn man einen hohlen hölzernen Apparat, der unten in zwei Zweige ausmündet (Fig. 4), sehr nahe über zwei gleich große, nach einerlei Richtung schwingende Teile einer großen tönenden Platte (AA“ oder BB) hält; es bildet dann der Sand oben d auf der Membrane eine Resonanz⸗ oder Klangfigur (s. d.), und der ursprüngliche Ton wird verstärkt. Keins von beiden findet aber statt, wenn das Instrument über Teile gehalten wird, welche nach entgegengesetzten Seiten (AB oder