Iréne, ein häufig auftretender Name der Kaiserinnen und Prinzessinnen des byzant. Hofs. Die berühmteste derselben, die später auch kanonisiert worden ist, war die durch ihre Schönheit und ihren Geist, aber auch durch ihre Herrschsucht und Ge— waltthätigkeit bekannte Athenerin, seit 769 mit 17 Jahren die Gemahlin des isaurischen Kaisers Leo IV., nach dessen Tod sie seit 780 n. Chr. die Regentschaft für ihren Sohn Konstantin VI. führte. Als eifrige Anhängerin des Bilderdienstes suchte sie mit Hilfe des Patriarchen Tarasios seit 787 die Herrschaft der Partei der Bilderfeinde zu vernichten: eine Maßregel, die ihr den dauernden Dank der griech. Orthodoxie gewann. Ihre Herrschsucht hat sie aber später auch so weit getrieben, ihren eigenen Sohn, der sich 790 von ihrer Bevormundung losgemacht und sie beiseite geschoben hatte, mit List zu umgarnen, endlich zu stürzen und sogar (797) blenden zu lassen. Sie selbst wurde durch ihren Finanzminister Nikephoros 31. Okt. 802 entthront und zuerst nach einer Insel der Propontis, dann nach Lesbos verbannt, wo sie 9. Aug. 803 starb. Ireéne, Tochter des byzant. Kaisers Isaak (II.) Angelos, war zuerst mit dem normannischen Prinzen Roger und nach dessen frühem Tode mit Philipp, Herzog von Schwaben, vermählt (1197). I., oder wie sie in Deutschland genannt wurde, Maria, die «Rose ohne Dorn und Taube sonder Gallen o (wie Walter von der Vogelweide sang), gewann in Deutschland große Beliebtheit. In elfjähriger Ehe hatte sie von Philipp vier Töchter, von denen Beatrix im August 1212 mit Kaiser Otto IV. (den Welfen) vermählt wurde, eine jüngere Beatrix 1219 den König Ferdinand von Castilien heiratete. Als Philipp 21. Juni 1208 ermordet worden war, starb auch J. schon zwei Monate später (28. Aug.) auf der Burg Staufen und wurde in dem Kloster Lorch bestattet.