Isaak (II.) Werdramil byzant. Kaiser, gehörte zu einer griech. Adelsfamilie, die in dem kleinasiat. Philadelphia heimisch war. Isaak, ein Enkel des Konstantin Angelos und einer Tochter des Kaisers Alexios I. Komnenos, war zu Anfang des J. 1185 als Gegner des grausamen Usurpators Andronikos Komnenos aufgetreten, besiegt, aber als wenig gefährlich von dem Sieger geschont worden. Als aber am 11. Sept. 1185 ein Polizeiagent des Andronikos auf eigene Hand den J. verhaften wollte, erschlug letzterer seinen Gegner, floh dann in die Sophienkirche in Konstantinopel und wurde hier bei der allgemeinen Erhebung des Volks als Gegenkaiser ausgerufen (12. Sept.). I. ließ die Ermordung des Andronikos durch den Pöbel der Residenz zu. Er hatte das Glück, daß der Feldherr Alexios Branas die bis nach Thrazien vorgedrungenen sicil. Normannen vollständig üherwand und daß nachher die Empörung desselben Feldherrn durch seinen Schwager, den Markgrafen Konrad von Montferrat (1187), gedämpft wurde. Andererseits veranlaßte der unerhörte Druck der Steuern den Abfall der Wlachen und Bulgaren, die (seit 1186) niemals wieder unterworfen werden konnten. Wegen seiner Unfähigkeit wurde J. 10. April 1195 durch eine Verschwörung entthront und sein Bruder Alexios III. als Kaiser proklamiert, der J. blenden ließ und gefangen hielt. Als aber Alexios III. vor dem Angriff des Kreuzheers die Hauptstadt verließ, wurde J. am 18. Juli 1203 wieder auf den Thron erhoben, zugleich mit seinem Sohn Alexios IV. Doch riß schon 29. Jan. 1204 der Oberstkämmerer Alexios Dukas Murtzuphlos die Herrschaft an sich und räumte Alexios IV. aus dem Wege. Um dieselbe Zeit starb auch J. eines natuürlichen Todes.