Itzstein (Joh. Adam von), liberaler Politiker, geb. 18. Sept. 1775 zu Mainz, wurde nach vollendeten Studien 1798 Accessist bei dem kurmainz. Amte Amorbach, dann Syndikus daselbst und später Stadtdirektor in Amorbach. Nachdem die Besitzungen des Fürsten von Leiningen, zu denen Amorbach gehörte, unter bad. Oberhoheit gekommen, wurde er 1810 Oberamtmann in Schwetzingen und 1819 Hofgerichtsrat in Mannheim. Im J. 1822 zum Landtagsabgeordneten Bechandf nahm er den lebhaftesten Anteil an den Verhandlungen, wurde aber nach Auflösung der Kammer als einer der oppositionellen Führer pensioniert. Doch erschien er seit 1831 wieder auf dem Landtage und nahm fortan an der Spitze der Opposition an allen folgenden Landtagen bis 1850 den einflußreichsten Anteil. Von mehrern Wahlbezirken 1848 in die Deutsche Nationalversammlung gewählt, schloß er sich dort der äußersten Linken an, welche ihm (Juni 1848) ihre Stimmen zur Reichsverweserwürde gab. An der bad. Revolution vom Mai 1849 hatte J. keinen persönlichen Anteil. Infolge seiner Teilnahme an dem Rumpfparlament in Stuttgart schloß er sich jedoch den flüchtigen Revolutionsmännern an und hielt sich einige Zeit in der Schweiz und im CElsaß auf, während ihm 1850 die bad. Regierung das Staatsbürgerrecht entzog. Später lebte J. auf seinem Gute Hallgarten im Rheingau, wo er 14. Sept. 1855 starb.