FeedJacobini (Ludovico)
ReligionBrockhaus 1882

Jacobini (Ludovico), Kardinal und päpstl. Staatssekretär, geb. 6. Mai 1832 zu Genzano, wurde in Rom erzogen, früh in der Kongregation der orient. Riten verwendet, 1862 zum päpstl. Hausprälaten, während des Vatikanischen Konzils zum Unterstaatssekretär und 1874 zum Erzbischof von Thessalonich in partibus infidelium ernannt. n demselben Jahre sandte Pius IX. J. als Nuntius an den wiener Hof, wo er den Ausbruch schär— ferer Konflikte zwischen osterreich und der Kurie zu verhindern wußte. Des halb beauftragte ihn Leo XIII., die ersten Ausgleichsverhandlungen mit der preuß. Regierung zu führen. Im Sept. 1879 hatte J. zu diesem Zweck in Gastein mehrere Unterredungen mit dem Fürsten Bismarck. Am 19. Sept. 1879 wurde J. zum Kardinal und 1880 nach Ninas Rücktritt zum Staatssekretär der päpstl. Kurie ernannt. [mittel.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 765Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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