Jakobi (zu ergänzen dies), Tag des heil. Jakobus, der 25. Juli. [kanerorden. akobiner, religiöser Orden, s. u. Dominiakobiner (Jacobins) nannte man die Mitglieder des polit. Klubs, der auf den Gang der großen Französischen Revolution den entscheidendsten und verhängnisvollstenEinfluß ausgeübt hat. Gleich nach dem Zusammentritt der Generalstände von 1789 bildete sich in Versailles der polit. Klub Breton, der die verschiedenen Nuancen liberaler und revolutionärer Mitglieder der Versammlung in sich vereinigte und den Gang der parlamentarischen Debatte stark beeinflußte. Erst mit der übersiedelung des Hofs und der Versammlung von Versailles nach Paris gewann aber dieser Verein seine höhere Bedeutung. Er ließ sich (Nov. 1789) in einem Saale des Jakobinerklosters nieder (daher die anfangs nur von den Gegnern gebrauchte Bezeichnung J.), adoptierte den Namen „Gesellschaft der Verfassungsfreunden (Soeiété des amis de la constitution), nahm nun auch Mitglieder, die nicht zur Nationalversammlung gehörten, in sich auf und hielt regelmäßige und öffentliche Sitzungen. Zugleich setzte er sich mit der Agitation, deren Sitz die Hauptstadt war, in nähern Zusammenhang und fing an, durch Gründung affiliierter Vereine in allen Teilen des Landes einen beispiellosen Einfluß zu begründen, durch den er nachher Frankreich terrorisierte. Noch waren indessen viele gemäßigte Elemente im Klub vorhanden und das Manifest, welches er im Febr. 1790 erließ, hatte noch nicht die Ziele, welche später verfolgt wurden. Schon im Laufe des J. 1790 aber gewann das Streben, die monarchische Ordnung Frankreichs völlig zu zersetzen, ein Übergewicht in dem Klub. Alle exaltierten Meinungen, alle wild-revolutionären und anarchischen Tendenzen schlossen I0 an. Der Gang der Ereignisse, namentlich der Tod Mirabeaus und die Flucht des Königs machten eine längere Verschmelzung der Parteien in dem Klub unmöglich. In dem Kampfe über die Unverletzlichkeit des Königs schieden sich die republikanischen und konstitutionellen Elemente. Die Gemäßigtern traten aus (Juli 1791) und bildeten eine besondere Vereinigung in dem Kloster der Feuillants (s. d.). Als die Nationalversammlung sich auflöste (Sept. 1791), erfolgten die Wahlen zur Legislativen überwiegend unter dem Einfluß des Jakobinerklubs. Gleich anfangs trat eine große Anzahl Mitglieder der neuen Versammlung in den Klub ein, und die beiden republikanischen Nuancen, welche dort die Mehrheit bildeten, die Girondisten und die Anhänger Robespierres, Dantons u. s. w., waren jetzt in dem Klub vereinigt. Aus ihm ging nach dem Sturze des nete Wän Feuillantministeriums (März 1792) das neue Ministerium hervor, und der Lauf der folgenden Ereignisse, die Kriegserklärung, der Sturz des Königtums, die Berufung des Nationalkonvents u. s. w. ward großenteils von dem Klub bestimmt. Im Frühjahr 1792 tauchte zuerst im Klub die crote Mütze⸗ als Abzeichen der «Freiheit und Gleichheito Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IX. auf, wurde aber auf Betrieb Pétions und Robesierres nach wenigen Tagen wieder verbannt; erst eit dem Aufstand vom 20. Juni und seit dem Auftauchen der «roten Fahner (26. Juli) kam die eine wie die andere mehr und mehr als Symbol der revolutionären Gesinnung in Aufnahme. Mit dem Zusammentritt des Nationalkonvents (Sept. 179²) erreichte der Klub den Höhepunkt seiner Bedeutung. Während die Girondisten (s. d.) anfingen, sich von ihm zurückzuziehen, gewann Robespierre dort das volle Übergewicht, und unter seiner Leitung entfaltete nun der Klub die furchtbare Macht seiner Organisation durch ganz Frankreich. Die Agitation für den Tod des Königs, der Sturm, dem (Ende Mai 1793) die Girondisten erlagen, die Aufwiegelung der Massen gegen den besitzenden Mittelstand und die Anfänge der Blutherrschaft wurden wesentlich mit Hilfe der J. ins Werk gesetzt. Der Klub bereitete die Gewaltmaßregeln vor, die blutigen Schrekkensakte, die Denunziationen und Inquisitionen, die Terrorisierung jeder unabhängigen Meinung, so- wie auch die revolutionäre Propaganda in den angrenzenden Gebieten, die seit Sept. 1793 ins Leben trat. Der Konvent gab dazu nur die Form der Genehmigung; die Wohlfahrts- und Sicherheitsausschüsse waren nur Abzweigungen des jakobinischen Einflusses. Robespierres Macht stützte sich wesentlich auf den Klub. An ihn lehnte sich die revolutionäre Oligarchie; aus dem Klub ausgeschlossen zu werden durch die sog. Reinigungen, war seit Ende 1793 das sichere Vorzeichen der Guillotine. Aber der Sturz, den die eigenen Helfershelfer Robespierres 9. Thermidor 1794 dem Diktator und dessen nächstem »Schweifes bereiteten, brachte auch den J. den Todesstoß. Vergebens suchten dieselben gegen die immer mächtiger werdende Reaktion anzukämpfen. Ein Gesetz vom 16. Okt. verbot die Affiliation der Klubs, und 11. Nov. 1794 ward ohne Widerstand der Jakobinerklub für immer geschlossen, das Sitzungsgebäude später demoliert. Der mißlungene Aufstand vom 12. Germinal und 1. Prairial 1795, sowie die kommunistische Verschwörung Babeufs waren die letzten Lebenszeichen des alten Jakobinismus; der Versuch, unter der Direktorialregierung im Juli 1799 das jakobinische Klubwesen zu reorganisieren, fand bereits 13. Aug. sein Ende. Vgl. Zinkeisen, Der Jakobinerklub⸗ (2 Bde., Berl. 1852—53); A. Schmidt, «Pariser Zustände während der Revolutionszeite (Tl. 1, Jena 1874); Taine, «Origines de la France moakobiten nannten sich die Monophysiten (s. d.) nach dem Mönche Jakob Baradäus (s. d.), der sie nach ihrer Zerstreuung unter Justinians Regierung zu einer selbständigen Religionspartei wieder vereinigte. Sie hatten in Syrien, Agypten und Mesopotamien zahlreiche Gemeinden mit Bischöfen und Patriarchen und vermochten sich unter der Herrschaft der Araber um so eher zu behaupten, als sie sich sowohl von der griech. wie von der röm. Kirche getrennt hielten. Doch kam es in Agypten 1352 zu einer Verfolgung, die vielen das Leben kostete. In ihrer Religionsubung nunmehr eingeschränkt, bildeten die ägyptischen J. seitdem eine besondere Sekte, die noch jetzt unter dem Namen der Koptischen Christen besteht. Innere Uneinigkeiten und polit. Ursachen veranlaßten um dieselbe Zeit eine Absonderung der abessin. und mesopotam. Monophysiten. Die J. in Syrien und Mesopota⸗= mien, gegenwärtig aus etwa 30—40000 Familien bestehend, haben ungeachtet mancher Einigungsversuche der röm. Kirche bis auf die Gegenwart ihre Unabhängigkeit behauptet. Sie stehen unter * Patriarchen, von denen der eine zu Diarbekr ie syrischen, der andere im Kloster Saphran bei Mardin die mesopotam. Gemeinden regiert. Die Beschneidung vor der Taufe und den Lehrsatz von der einigen Natur Christi (weshalb sie Monophy-Ler heißen haben sie mit den Kopten gemein; in erfassung und Liturgie aber weichen sie weniger als die übrigen monophysitischen Gemeinden von der orthodoxen griech. Kirche ab.