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ErdkundeBrockhaus 1882

Jaslo, Stadt im westl. Teile von Galizien, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, liegt am nördl. Abfalle der Karpaten, in einer an Naturschönheiten reichen Gegend, am Zusammenfluß der Quellbäche der Wisloka, die zur Weichsel geht, hat ein Obergymnasium und zählt (1880) 3302 C., zumeist poln. Nationalität, die sich vorwiegend mit Feldwirtschaft und Viehzucht befassen. lorient. Frauen. Jaem (Jazma), musselinenes Kopftuch der asmin (Jasminum J.), eine sehr artenreiche Pflanzengattung, welche vorzugsweise tropische (Ostindien) und nur wenige in der wärmern gemäßigten Zone heimische, bisweilen mehr oder weniger windende Sträucher, selbst Bäume umfaßt und für sich die kleine Familie der Jasminsen bildet. Ihre weißen oder gelben, meist köstlich duftenden Blumen haben eine tellerförmige, vier-bis zwölfspaltige, in der Knospenlage spiralige Blumenkrone. Die Frucht wird zu einer Beere. Am bekanntesten ist der gebräuchliche Jasmin (J. officinale L.), 2—3 mehoch, mit weißen, duftenden Blumen und unpaarig-gefiederten Blättern, ursprünglich in Indien zu Hause, jetzt aber selbst in Italien häufig verwildert und dort unter anderm in allen Hecken auf dem Wege zu den carrarischen Marmorbrüchen zu finden. Man hat von ihm auch eine gefüllt blühende, eine gelb⸗ und eine weißbuntblätterige Form. Er wird in unsern Gärten häufig kultiviert. Der Malabar-Jasmin (J. grandiflorum 400 ist dem vorigen ähnlich, hat aber kantige Stengel und Blumen mit viel kürzern Kelchzähnen und stumpfen, eiförmigen Blütenzipfeln; er duftet noch stärker und wird gleich jenem zur Bereitung des in der Parfümerie gesuchten Jasminöls benutzt. Der Winter-Jasmin (J. nudiflorum) ist von steifem Wuchs und entwickelt seine großen gelben, wohlriechenden Blüten im Spätwinter an den noch blattlosen Asten schon bei geringer Wärme. Man schneidet die Zweige nach dem Flor ½ um eine möglichst große Zahl junger Triebe hervorzurufen, an denen sich im nächsten Winter die Blüten entwickeln. Der Azoren-Jasmin (J. azoricum J.) ist ein buschiger Strauch mit dreizähligen Blättern, zierlicher, dichter Belaubung und weißen, duftigen Blüten. Von allen übrigen Arten unterscheidet sich der gelbblühende durch die Größe seiner dreizähligen, oft auf das Endblättchen reduzierten Blätter. Der arabische Jasmin (J. Sambac Vahl.) kann an die 3m hoch und etwas windend werden. Die leicht abfallenden weißen Blüten reproduzieren sich, hat man die Aste zurückgeschnitten, oft während mehrerer Monate. In Ostindien werden die Blumen in Häusern und Tempeln gestreut und in China zum Parfümieren des Thees benutzt. ö Alle diese Sträucher können, ohne viel zu leiden, eine Temperatur von —3bis 4 C. aushalten, zeigen sich aber nur da vollkommen hart, wo der Orangenbaum nicht geschützt zu werden braucht. Die härteste, in geschützten Lagen im Freien aushaltende Art ist das in Südeuropa einheimische Jasminum fruticans L. Durch die kleinen dreizähligen Blätter wird er dem Ginster ähnlich und seine Blüten sind gelb und nicht sehr merklich wohlriechend. ö Falscher Jasmin, bisweilen auch kurzweg Jasmin, wird in einigen Gegenden der Pfeifenstrauch (Philadelphus, s. d.) genannt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 816Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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