FeedIetva (Anilinschwarz)
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Ietva (Anilinschwarz), s. unter Tinte. eton (vom frz. jeter herrührend), Auswu rfsmünze, nennt man in der Numismatik ein meist rundes oder auch eckiges Gepräge, welches weder zu den Kursivmünzen noch zu den Medaillen gehört. Von letztern unterscheiden sich die J. hauptsächlich dadurch, daß sie im Metall dünn und in der Gravierung mehr flach, münzähnlich gearbeitet sind. Man teilt sie in vier Hauptklassen ein: in Marken oder Zeichen, in Rechen-oder Raitpfennige, in J. im engern Sinne (welche wieder in geschichtliche, religiöse, Rünzmeister-und Familien-Jetons, Spielmünzen, Zahlpfennige u. s. w. zerfallen) und in die sog. Bet⸗ oder Dentelt umd aus die der Mehrzahl nach oval, gehenkelt und aus Messing sind, von denen ein großer Teil zur Erinnerung an Wallfahrts⸗ und Gnadenorte, zur Ehre der Landespatrone oder der Heiligen uberhaupt dient. Die Marken, welche im 14. Jahrh. zuerst in Frankreich vorkommen und aus verschiedenen Metallen bestehen, sind Zeichen für bestimmte Gebühren oder für geleistete Verpflichtungen Anweisungen), welche dann gegen kursive Münzen ausgetauscht werden können, auch benutzt man sie in neuerer Zeit im Verkehr als Abonnements⸗ und Empfehlungszeichen. Die Rechenpfennige, welche ebenfalls aus Frankreich stammen, hatten die Bestimmung, bei dem Rechnen anstatt der heutigen Ziffern verwendet zu werden, wozu man sich eigens verfertigter in Linien abgeteilter holzerner Tafeln bediente (Rechenbretter, Rechenmaschinen). Der Zweck der Jetons im eigentlichen Sinne des Wortes ist wohl hauptsächlich der gewesen, einzelne Begebenheiten des öffentlichen oder Privatlebens der Nachwelt zu überliefern. Auch sie haben in Frankreich ihren Ursprung und verbreiteten sich von da aus bald nach den Niederlanden und nach Deutschland. Die Arener auf ein und Familien-Jetons führen in der Regel auf einer Seite das Wappen der betreffenden Familie und sind vor dem 16. Jahrh. mit gotischer, N. Mönchschrift versehen. Vgl. I. de Fontenay, „Manuel de Lamateur de Jetonso (Par. 1854), und Joseph Neumann, Beschreibung der bekanntesten Kupfermünzeno (5 Bde., Prag 1868). Jaeann (ital.), s. Bö ser Blick. studen), s. Dolmen und Gangbauten. Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IX. Jeu (frz.), Spiel, in der Orgel soviel wie Register; Jeuàbouche, Labialstimme; jeu àanches, Zungenstimme; grand jeu, plein jeu, volles Orgelwerk; jeu parti, Streitgedicht in Form eines Wettgesanges bei den Provengalen; bezog sich dasselbe auf eine Liebesfrage, so hieß es jeu d'amour.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 849Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Handwerk & Gewerbe 6