Juden heißen die Israeliten oder Hebräer (s. d.) seit dem Babylonischen Exil als Nachkommen ihrer Vorfahren aus dem Königreich Juda. Seit 536 v. Chr. waren nach und nach mit Erlaubnis der pers. Könige Tausende von J. aus den babylon. Staaten nach Palästina zurückgekehrt. Hier hatten sie 521—516 v. Chr. den Tempel wieder erbaut, die verödeten Städte allmählich wieder bevölkert, das Mosestum neu begründet und auf Veranstalten Nehemias Jerusalem 444 mit einer Mauer umgeben. Von Hohenpriestern und Beamten regiert, lebten die palästinischen J., gleich ihren zahlreichen Brüdern in Babylonien, bis auf Alexanders d. Gr. Eroberungen 331 ungestört unter pers. Hoheit, dann kurze Zeit unter Antigonus und Seleulus, und seit Ptolemäus Lagi, welcher nach der Eroberung Jerusalems 301 eine starke Kolonie nach Alexandria abführte, fast 100 Jahre unter ägypt. Herrschaft. Die syr. Könige, denen Judäa anheimfiel, suchten die J. mit Erpressungen und seit 174 selbst mit Religionsverfolgungen heim. Antiochus Epiphanes ließ den olympischen Jupiter im Tempel aufstellen, verbot die Beschneidung, befahl Schweine zu opfern, verwüstete das Land und ließ viele dem Gesetz treu Bleibende hinrichten. Solches Elend weckte Begeisterung. Judas Makkabi sammelte die Rechtgläubigen um sich, schlug die Syrer, zog siegreich in Jerusalem ein und stellte 164 v. Chr. den Tempeldienst wieder her. Nach seinem Tode (160) vollendeten seine Brüder Jonathan und Simon das Befreiungswerk; der König von Syrien mußte Frieden schließen und Simon wurde als Hoherpriester und Volksfürst anerkannt. Simons öhn, Johannes Hyrkanus, erweiterte als KönigX d Hoherpriester, 135—105 v. Chr., das Gebiet S nes unabhängigen Landes durch Eroberungen in g amaria und Idumäa; doch schon unter seinen i ikeln, LUnabhe II. und Aristobulus, büßte das ft ind seine Unabhängigkeit wieder ein. Pompejus, 2 ich die um den Thron streitenden Brüder herbei⸗ 6 rufen, eroberte 63 v. Chr. Jerusalem und machte 2 udäa vom röm. Syrien abhängig. Antigonus, d u Sohn des Aristobulus, errang indes mit Hilfe r Parther 42 v. Chr. die Königswürde wieder. Allein Herodes, der Sohn des Landverwesers ntipater aus Idumäa, behauptete sich mit Hilfe r r Römer, eroberte 37 v. Chr. Jerusalem, ließ den ntigoenus und dessen Anhänger hinrichten und 3 idlich 30 v. Chr. auch den alten Hyrkanus, den zten männlichen Sproß des Hauses der Hasmo-1 er. Nur durch Unruhen, Druck und auslänschen Beistand sich aufrecht haltend, blieb der remdling verhaßt, obwohl er 19 v. Chr. den Temel prächtig aufbaute. Sein Sohn und Nachfolger lrchelaus wurde 8 n. Chr. vom Kaiser Augustus bgesetzt, Judäa zu Syrien geschlagen und von zrokuratoren (Landpflegern) verwaltet. Kaiser laudius erteilte allen J. des Römischen Reichs as Bürgerrecht. Doch die Willkürlichkeiten der lömer, die Gelderpressungen der Prokuratoren id der Parteienhaß mehrten die müenehon ie 66 n. Chr. in offene Empörung gegen Rom usbrach, welche nach einem, besonders durch die zelotenpartei unterhaltenen hartnäckigen Kampfe m August 70 n. Chr. mit der ung des Tenveis, ems durch Titus, der Einäscherung des empels, er Niedermetzelung und Wegführung vieler Hun-Hderttausende von J. endigte. Die Ländereien Judäas wurden zum Teil veräußert und die J., Nie bereits in Persien, Arabien, Kleinasien, Agypen, Cyrene, Griechenland und Rom ziemlich zahlreich waren, vollends nach allen Ländern hin zer-Hreut. Vom Kaiser Nerva geschützt, hatten die asiatischen J. unter Trajan eine um so härtere Behandlung zu erdulden. Ihre letzten Versuche, das röm. Joch abzuschütteln, in Cyrene 115, auf Cypern 116, in Mesopotamien 118, in Palästina unter Bar-Cochba endeten 135 n. Chr. unter dem Kaiser Hadrian mit einem entsetzlichen Blutbad und der Verödung Judäas. Viele ihrer Lehrer wurden hingerichtet und scharfe Verordnungen gegen die J. erlassen, jedoch zum Teil durch Antoninus Pius wieder aufgehoben. Gegen Ende des 2. Jahrh. traten zwar wieder bessere Zeiten für die J. ein; seitdem aber mit dem Kaiser Konstantin 330 das Christentum zur Herrschaft gelangte, wurden sie durch laiserliche Edilte und Konzilienbeschlüsse immer härter betrossen. Um diese Zeit schon sinden sich die J. in Illyrien, Spanien, den Balearen, Gallien und in einigen Städten am Rhein; sie trieben Ackerbau, Handel und Gewerbe, besaßen Grundstücke, wurden zu Amtern und Militärdienst berufen und hatten eigene Gerichtsbarkeit. Im J. 418 wurden sie vom Militärdienst ausgeschlossen: auch erfolgte 429 die Aufhebung des Patriarchats zu Tiberias, und immer mehr sahen sie sich im Laufe des 5. Jahrh. eingeschränkt. Ungleich war ihr Los in den verschiedenen Ländern nach dem Untergange des Weströmischen Reichs. Während sie in Italien, Sicilien und Sardinien ziemlich unangefochten lebten, hatten sie im Byzantinischen Reiche viele Zedrückungen und in Frankreich und dem westgot. Spanien im 6. und 7. Jahrh. grausame Verfolzungen zu erdulden. Im Parthischen und seit 226 m Persischen Reiche war ungeachtet einzelner Verolgungen im 5. und 6. Jahrh. ihr Los erträglich. Die J. in Palästina, welche mit Hilfe der Perser 514 Jerusalem einnahmen, träumten sogar die Wiederherstellung der alten Selbständigkeit, wurden jedoch vom Kaiser Heraklius gedemütigt. Die Herrschaft des Jslam, der nach Besiegung der Judenstämme von Chaibar, 627, sich Westasien, Persien, Agypten, Afrika Spanien und Siecilien nach und nach unterwarf, änderte wesentlich die Lage der J. in jenen Ländern. Abgesehen von einzelnen Bedrückungen und Verfolgungen, wie in Mauritanien 790 und in Agypten 1010, lebten sie unter den Kalifen und arab. Fürsten in ziemlicher Ruhe und nahmen im maurischen Spanien an Zahl und Bildung seit dem 8. Jahrh. zu. Mancher unterrichtete Jude war Rat, Schreiber, Astrolog oder Leibarzt der maurischen Könige, und die Stürme, die sie z. B. in Granada 1066 und in Cordova 1148 trafen, waren meist nur eine Folge anderer polit. Ereignisse. Jüd. Gemeinden gab es im 9. Jahrh. auch in Kairwan, 938 und Marokko; in Babylonien verringerte sich ihre Zahl seit dem 11. Jahrh., dagegen stieg sie in Palastina durch häusige Ansiedelungen; selbst bei den mongol. Chans standen sie in Ansehen. ů Trauriger war ihr Schicksal in dem christl. Europa, zumal in den lbkultivierten, unter