Justinus II., byzant. Kaiser, Sohn der Vigilankia, der Schwester des Justinian, vermählt mit Sophia, einer Nichte der Kaiserin Theodora, war zur Zeit der Herrschaft seines Oheims Curopalates oder Palastmarschall und wurde nach Justinians Tode (14. Nov. 565) Kaiser. Er stellte zu Anfang seiner Regierung viele der drückenden Mißstände der frühern Herrschaft ab. Bei der auswärtigen Politik dagegen machte die ÜUberspannung der Kräfte des Reichs durch Justinian I. ihre schlimmen Wirkungen geltend. Seit 568 ging ein großer Teil von Italien an die Langobarden verloren. An der Donaugrenze wurden die Avaren sehr gefährliche Feinde, denen auch der tapfere Feldherr Tiberius Constantinus (574) nur unvollkommen zu begegnen vermochte. Der seit 57 1)72 erneute Krieg mit Persien verlief ungünstig, bis der im Spätjahr 574 zum Cäsar ernannte Tiberius diesen Kämpfen eine bessere Wendung zu geben vermochte. J. starb am 5. Okt. 578 und hinterließ dem Tiberius die Herrschaft.