Junkerschulen heißen in Rußland diejenigen, zur Heranbildung der Junker (s. d.) zu Offizieren bestimmten Militärschulen, welche an ihre Zöglinge geringere Anforderungen in Bezug auf deren wissenschaftliche Vorbildung stellen, als die demselben Zwecke dienenden Kriegsschulen, deren Zöglinge Gymnasialbildung besitzen müssen. Es gibt 16 J., von denen 6 für die Kavallerie und Kosaken bestimmt sind, und die überwiegende Mehrzahl aller Frontoffiziere des russ. Heeres geht aus diesen Anstalten hervor. Vor dem Eintritt in die J. müssen die Zöglinge bereits einige Zeit als Freiwillige in der Truppe gedient haben und sich über den Besitz der nötigen Vorbildung entweder durch das Abgangszeugnis eines Militärgymnasiums oder eine besondere Prüfung ausweisen. Diese Prüfung stellt in Bezug auf Religion hohe Anforderungen, beansprucht dagegen keinerlei Kenntnisse in einer alten oder fremden Sprache und stellt in allen übrigen and fu geringere Anforderungen, als in Deutschand für die Zulassung zum einjährig-freiwilligen Dienst gestellt werden. Der Unterricht dauert, je nach der Vorbildung, zwei oder ein Jahr.