FeedAccumulatoren
TechnikBrockhaus 1882

Accumulatoren (frz. accumulateurs, engl. accumulators) nennt man in der Maschinentechnik die von Armstrong erfundenen Vorrichtungen zur Aufsammlung mechan. Arbeit, welche auf allmählicher Hebung eines mächtigen Gewichts oder auf starker Kompression atmosphärischer Luft beruhen und welche kleine, in regelmäßigem Gange befind23 Motoren (Dampfmaschinen) befähigen, plötzlich erforderliche und sehr aoder Leistungen zu verrichten, z. B. die Hebung großer asten (wofür sie in neuester Zeit namentlich in den Trajektanstalten verwendet werden), gewaltige Druckwirkungen beim Schmieden, das Offnen und Schließen der Schleusenthore, die Drehung des Konverters in der Bessemerstahl-Fabrikation, die Herstellung einer roßen Spannung in den Strohhutpressen u. s. w. ie A. haben daher einige Verwandtschaft mit den Conversations-Lexikon. 13. Aufl. I. Aufan und Schwungrädern, eignen sich aber zur ufsammlung viel größerer Arbeitsmengen als die erstern und zur Aufbewahrung derselben für beträchtlich längere Zeiträume als die letztern. Die Verbindung zwischen Motor und A. geschieht zumeist durch ein flüssiges Druckkraftorgan (Wasser, Glycerin) und eine dasselbe einpressende Druckyumpe; in entsprechender Art ist der A. mit der zu treibenden Arbeitsmaschine durch eine mit Wasser oder Glycerin gefüllte Rohrleitung zu verbinden. 4 Eine der gebräuchlichsten Formen der A. zeigt die beistehende Figur. Wie aus ihr ersichtlich, besteht der A. aus dem vertikalen Cylinder Weite, dessen Kolben Bmit einem dem erforderten Wasserdruck entsprechenden Gewicht von Steinen, Metall oder Wasser belastet ist. In den Cylinder münden am untern Ende desselben zwei Seitenröhren Fund Fein; durch die eine derselben tritt das durch die Druckpumpe zugeführte Wasser in den Cylinder, während durch die andere die Verbindung mit der zu betreibenden Arbeitsmaschine ½5 ist. Indem das Wasser den belasteten Kolben hebt, übt es auf die untere Fläche desselben einen Druck aus, welcher um den Betrag der zu überwindenden Reibungswiderstände größer als die zu hebende Last ist. Da nun das Heben der Last äußerst langsam erfolgt, mithin die Wirkung derselben eine geringe ist, so genügt bei entsprechend gewählten Dimensionen der Druckpumpe die Kraft eines Mannes, um eine AoderCui des Kolbens von 5000 kg zu heben. Sobald der Cylinder des A. mit dem Cylinder der Arbeitsmaschine in Verbindung gesetzt ist, strömt das in dem erstern befindliche Wasser unter starkem Druck in den letztern ein, um hier so lange auf den Kolben zu wirken, bis der Druck des Wassers in beiden Shlndere gleich groß ist. Der A. nimmt demnach die Arbeit einer längere eit hindurch wirkenden kleinern Kraft (der Druckpumpe) auf, um sie innerhalb eines weit kürzern Zeitraums an die Arbeitsmaschine abzugeben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 97Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Technik 6