FeedAffen im Miocän von Europa
TierreichBrockhaus 1882

Affen im Miocän von Europa, darunter auch einen menschenähnlichen großen Affen Dryopithecus) bei Sansans am Fuße der Pyrenäen. Die A. der Neuen Welt oder Plattnasen (Simiae platyrrhinae; s. die Tafel) haben 36 Zähne, eine breite Nasenscheidewand, stets einen langen Schwanz und sind ohne Backentaschen und ohne Gesäßschwielen; an ihren Armen ist die Hand und besonders der Daumen meist weniger entwickelt als an den Füßen. Sie leben in Südamerika zwischen der Landenge von Panama und dem 25.“ südl. Br. stets nur in Wäldern. Sie bilden zwei Gruppen; die eine besitzt einen am Ende mit verbreiterten Wirbeln versehenen Greifschwanz, der bei den Rollaffen (Cebus), zu welchen der bekannte Kapuzineraffe (C. capueinus) gehört, unten behaart, bei den mit fürchterlicher Stimme begabten Brüllaffen (Mycetes), den daumenlosen Stummelaffen oder Spinnenaffen (Ateles), den Wollaffen (Lagothrix) dagegen auf der Unterfläche nackt ist. Zu der zweiten Gruppe mit gewöhnlich Echwefaff Schwanze gehören namentlich die Schweifaffen (Pithecia), Springaffen (Callithrix) und die trägen Nachtaffen (Nyctipithecus) der Urwälder Guianas. Eine besondere, den übergang zu den Halbaffen bildende und zuweilen auch diesen zugezählte Gruppe bilden die Krallenäffchen (Arctopi. theci), ohne Daumen an den Vorderfüßen und mit Krallen, statt Nägeln, an den meisten Fingern, mit Ausnahme des Hinterdaumens, der einen Plattnagel trägt, und mit nur 32 Zähnen, zu denen die niedlichen Uistiti oder Saguine (Hapale Jacchus) und Löwenäffchen (Midas rosalia) gehören.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 171Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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