FeedAgäthon
GeschichteBrockhaus 1882

Agäthon, ein Athener, um 446 v. Chr. geboren, ging um 408 zu König Archelaos nach Pellawo er um 401 v. Chr. gestorben zu sein scheint. A., der auch eine durch Schönheit, Reichtum und Feinheit der Sitten bekannte Perfönlichteit war, ist nach Aschylus, Sophokles und Euripides der berühmteste unter den griech. Tragikern. Von seinen Tragödien sind nur wenige Titel und Bruchstücke erhalten. Er zeigte darin als Schüler der Sophistik große, ja überfeinerte Redekunst und entfernte sich überhaupt von der alten Strenge noch mehr als Euripides. Namentlich löste er die Chorlieder vollends aus dem Zusammenhange des Stücks und trat in einer Tragödie als der erste, statt wie bisher durchweg geschehen mit einem den Mythen entnommenen, mit einem selbsterfundenen Stoffe auf. Von einem Gastmahle des A. am Tage nach seinem ersten dramatischen Siege im J. 416 hat Plato die Einkleidung seines Dialogs „Symposiono entnommen. Wieland hat A. zum Helden eines philos. Romans gemacht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 208Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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