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GeschichteBrockhaus 1882

Akbar, Kaiser (Großmogul) von Hindostan, aus der letzten, seit 1526 regierenden mohammed. (mon-Dhell⸗ ynastie der Baberiden, hieß eigentlich Dschelea zeddin Mohammed und war 14. Okt. 1542 zu Amarkote im Industhale als Sohn des Kaisers Ihron ien geboren. Kaum 13 J. alt, erbte er den hron seines Vaters (15. Febr. 1556) und regierte zunächst unter der ram Chan B seines Veziers, des Turkmanen Behram Chan. Bald aber erfaßte A. die Zügel der Regierung mit eiserner Hand, schlug die Empörer nieder, zu denen sein eigener Bruder Hakim (1579) gehörte, und dehnte in langen Kriegen seine Herrschaft über das ganze nördl. Hindostan, einschließlich Kaschmir, Guzerate und die Indusländer, aus. Daneben widmete er der innern Befestigung seiner Macht, der Organisation und Verwaltung des ausgedehnten Reichs die aufmerksamste Sorge und brachte dasselbe auf eine weder vor noch nach ihm gekannte Stufe der Blüte und des Wohlstandes. Gleich von Anfang an war sein Bestreben darauf gerichtet, die verschiedenen Elemente der Bevölkerung zu versöhnen und zu verschmelzen, weshalb er Hindu wie Mohammedaner Corirenn begünstigte und selbst den Parsen und Christen freie übung ihrer Religion gestattete. Dabei bewies er sich als Förderer des Ackerbaues und des Handels, namentlich auch des mit Europäern, und als Freund der Wissenschaften und Künste. Die Geschichte seiner Regierung sowie das Ergebnis aller auf seine Anregung unternommenen Forschungen faßte sein berühmter Vezier und Freund Abul-Fasl (gest. 1602) in dem „Akbarnameh v zusammen, dessen dritter Teil unter dem Titel Ayini-Akbariy von Gladwin aus dem Persischen ins Englische (3 Bde., Kalkutta 1783—86; Lond. 1800) übersetzt wurde. A. starb 1605; ein prächtiges Grabmal wurde ihm beim Dorfe Sikandra, unweit Agra, das er zu seiner Residenz erhoben hatte, errichtet. In der Regierung folgte sein Sohn Selim, mit dem Beinamen Dschihan-ghir. Vgl. Neumann, «Geschichte des engl. 1 in Asienv (2 Bde., Lpz. 1857); von Noer, Kaiser A.v (Leiden 1881).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 291Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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