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Sitten & ModeBrockhaus 1882

Albinos nennt man diejenigen Menschen, in deren Haut, Haaren und Augen der dunkle en stoff (das Pigment) mangelt. Im regelmäßigen Zustande wird unter die 0m D in die Haare, in die Regenbogenhaut und in die Gefäßhaut (Choroidea) des Auges ein Farbstoff abgesondert, welcher diesen Körperteilen das ber d eigentümliche Kolorit verleiht. Wenn nun aber durch einen aneborenen Fehler die Ablagerung eines solchen leich, die Haare weiß. Die Pupille der Augen erscheint rot, weil durch die dünnen farblosen Wandungen der Augen viel Licht in deren Inneres gelangt und die gefäßreiche und darum rot erscheinende Aderhaut diffus beleuchtet. Auch die dünne Regenbogenhaut zeigt einen rötlichen Schimmer. Da der schwarze Fauche auf der Choroidea und auf der hintern Fläche der Regenbogenhaut das in das Innere des Auges eingefallene Licht resorbiert, so können die A., welchen dieser Farbstoff fehlt, den Reiz des Holge Tageslichts — ertragen. Sie blinzeln infolge 1, 0 bei hellem Lichtschein mit den Augen (Lichtscheu, Photophobie) und sehen im Halb-Fruher hielt man dis 4. er als bei scharfem Lichte. Pintas hielt man die A. (die man auch Kakerlaken, intos, Dondos, Blafards, Leucotici nennt) für eine besondere Menschenart. Es gibt aber derleichen Individuen in jeder Menschenrasse, und ihre Färbung erscheint je nach der eigentümlichen Rassenfärbung in verschiedenen Nuancen, tritt aber be-Nener, bei Negern sehr auffallend hervor (Weiße eger). Der krankhafte Zustand dieses Pigmentmangels heißt Albinismus (auch Albinoismus, Leucopathia) und kommt auch bei Säugetieren 6. B. bei Pferden, Kaninchen, Ratten, Mäusen), Vögeln, überhaupt bei allen Wirbeltieren, vielleicht sogar im ganzen Tierreiche vor. Der Zustand ist Hamentlich bei Vermischung von A. miteinander) erblich und wird sogar durch stete Vererbung zum Charakter von Varietäten, wie z. B. beim Frettchen oder den Pfauentauben. Der Übergang zu dieser konstant werdenden Farblosigkeit dürfte in denjenigen Anpassungen —. werden, 42 deren Tiere (Alpenhasen, Schneehühner u. s. w.) ihre Färbung im Winter ablegen und weiß erscheinen. Es gibt indes auch einen teilweisen Albinismus, bei dem sih nur einzelne weiße Flecke auf der Haut oder einzelne Stellen mit weißen Haaren zeigen; am auffallendsten ist diese Erscheinung bei den gescheckten (sog. Elster⸗) Negern. Eine solche teilweise Leukopathie (die man in diesem Falle Vitiligo nennt) findet auch statt, wenn durch Krankheit (z. B. Geschwüre) einzelne Hautstellen ihr 90al. 5 verloren haben und weiß geworden sind. l. Mansfeld, Ueber das Wesen der Leukopathie oder des Albinoismus »„ (Braunschw. 1823). ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 341Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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