FeedAlkamenes
Bildende KunstBrockhaus 1882

Alkamenes, einer der ausgezeichnetsten griech. Bildhauer in der zweiten Hälfte des 5. Jahrh. v. Chr., kam, nicht mehr ganz jung, schon mit künstlerischer Bildung aus Lemnos nach Athen, wo er nochmals Schüler wurde, um von Phidias zu lernen, dem er unter allen jüngern Nebenbuhlern am nächsten kam. Er ist der Schöpfer der hintern Giebelgruppe des Zeustempels von Olympia, deren Ausführung aber, wie jetzt, wo sie zum größten Teile wieder ausgegraben ist, wohl die meisten annehmen, nur von einheimischen Bildhauern, nicht von solchen seiner eigenen Werkstätte herrühren wird. Er verfertigte wie sein Lehrer sowohl Werke aus Marmor als auch aus Erz oder aus Gold und Elfenbein. Obschon er auch in der Darstellung der Schönheit der reinen Körperformen besonders glücklich war, so beruht doch sein Ruhm, wiederum wie der seines Meisters, vor allem in der würdigen Darstellung von Göttern. Unter diesen ist ein Dionysos zu erwähnen, von dem aus attischen Münzen hervorzugehen scheint, daß er in der Anlage Anschluß an Phidias verriet; ferner wird wegen der Vollendung ihrer Formen insbesondere eine Aphrodite gepriesen; an einem bekleideten, stehenden Hephästos verstand A. in feinster Weise das Hinken anzudeuten, und nach allem waren auch seine Statuen von Hera, Hekate, Ares, Asklepios, Athena und Herakles bedeutende Werke. Von einer ½½½%½. thletenstatue des A. sind vielleicht die auf uns gekommenen Statuen eines sich vum Wurf anschickenden Diskobolos Nachbildungen. A. schlug keine neuen originalen Bahnen ein, war aber ein Nachfolger Phidias', in dem die vollendete und großartige Kunst des Meisters fortlebte und in gewisser Hinsicht wohl auch fortgebildet wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 423Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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