FeedAlton (Joh. Wilh. Eduard d)/
Bildende KunstBrockhaus 1882

Alton (Joh. Wilh. Eduard d)/, namhafter Kupferstecher, geb. 11. Aug. 1772 zu Aquileja, wurde zu Wien erzogen und widmete sich dann in Italien archäol. und anatom. Studien und seiner Ausbildung im Zeichnen und Radieren. Zu Anfang des 19. Jahrh. hielt sich A. zu Weimar und Jena auf, wo er zu den dortigen Koryphäen in freundfeha am Beziehungen trat. Nachdem er abwechelnd am Rhein und in Franken gelebt, erhielt er 1807 vom Großherzog Karl August eine Wohnung im Park zu Tieffurt, wo er den ersten Teil seiner Naturgeschichte des Pferdesy (Bonn 1810, Fol.) ausführte, ein Prachtwerk, dessen zahlreiche Kupfer von A. selbst gezeichnet und gestochen sind, und welches 1816 mit einem zweiten Teile beendet ward. Inzwischen hatte er zu Würzburg an den Untersuchungen Döllingers und Panders über die Entwickelung des Hühnereies teilgenommen und radierte die ungsheschi zu Panders «Beiträgen zur Entwickelungsgeschichte des Hühnchens im Eiv (Würzb. 1817). Hierauf vereinigte sich A. mit Pander zu einem großen Kupferwerke über die vergleichende Osteologie der Tiere, zu welchem Zwecke beide 1817 nach Paris gingen und von da Reisen durch die Pyrenäische Halbinsel, England und Schottland unternahmen. Während seiner Abwesenheit ward er 1818 zum außerord., später zum ord. Professor der Archäologie und Kunstgeschichte an der Universität Bonn ernannt. Nach seiner Rückkehr begann er die Herausgabe seiner Vergleichenden Osteologier, von welcher die erste Abteilung (12 Lfgn., Bonn 1821 —31) vollständig erschienen ist. A. starb 11. Mai 1840 zu Bonn. Seine Kupferstichsammlung wurde von der bonner Universität angekauft. Wegen der von ihm radierten Platten, die in einer ihm eigentümlichen, teils freien, an Rembrandt erinnernden, teils sorgfältig gepflegten Manier gearbeitet sind, nahm ihn die berliner Akademie der Künste unter ihre Mitglieder auf. Auch führte A. die ersten Kreidezeichnungen auf Stein aus, die 1802 in Andrés Offizin zu Offenbach gedruckt wurden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 504Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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