FeedAlkaloide
NaturlehreBrockhaus 1882

Alkaloide nennt man organische Basen, welche sich in vielen Pflanzen, namentlich solchen, die durch ihre heilenden oder giftigen Wirkungen ausgezeichnet sind, vorfinden. Einige derselben können auch künstlich dargestellt werden. Sie haben gewisse Eigenschaften mit den Alkalien gemein, sind ohne Ausnahme stickstoffhaltig, in Wasser wenig, in Alkohol leicht löslich, reagieren alkalisch und bilden mit Säuren Salze. Einige davon, wie das Coniin und Nicotin, sind flüssig, die übrigen, wie die A. des Opiums (Morphin, Codein, Papaverin u. s. w), der Chinarinden (Chinin, Chinidin, Chinicin, Einchonin), der Strychnosarten (Strychnin, Brucin, Curarin) u. s. w., sind fest. Mehrere der A., wie das Strychnin und das Morphin, gehören zu den stärksten Giften. Aus ihren Lösungen werden die A. unlöslich niedergeschlagen durch Tannin, Phosphormolybdänsäure, Phosphorwolframsäure, Kaliumquecksilber-Chlorid und Kaliumquecksilber-Jodid. Der Nachweis der A. bei Wrgiftancen ist nicht schwer, da die meisten derselben durch charakteristische Farbenreaktionen sich auszeichnen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 423Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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